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SCHWAZER SILBERWALDDIALOGE

Index Referate

Baumflüsterei: Lieder aus der Cosmologica

Megalithkultur

"Zur modernen Atlantisforschung" Geschichtsbild und Wissenschaft

Phänomene des modernen Stadtschamanismus - City Shaman




Lieder aus der Cosmologica

 

Lieder während einer Baumflüsterei im Hofgarten Innsbruck

05. September 2013 im Übergang der Abenddämmerung, geführt von Armin vom Silberwald

 

Das Lied des Traums von der Freiheit im kosmischen Wald

 

ARUNA – TARANTA - ELENA

 

Wann immer ich träume,

träume ich von der Freiheit,

von der Freiheit in meiner Heimat,

in meiner Heimat LOORIEN

Träume ich

von schweigenden Steinen,

rauschenden Bäumen,

und springenden Wässern.

Von rufenden Eulen,

träume ich von ELENAS

Liebe und Schmerz.

Vom ewigen Leben,

dem vergessenen Tod,

in meiner Heimat,

in meiner Heimat LOORIEN

 

           TARANTA ist der kosmische Baum (weiblich und männlich),
           ARUNA der männliche Anteil und ELENA der weibliche Teil.

 

 

STERNENSAMEN

Ein kurzer Auszug einer schwierige Übersetzung aus der Zeit der Dunkelheit

 

„Lied archaischen Bilder aus der Zeit vor der Zeit“

Als noch nichts geboren,
weder gewogen, noch verloren,
ist Weite, Leere, Dunkelheit,
kein Licht stört der Ruhe Einsamkeit.

Die Rufer kommender Zeiten,
ruhen unhörbar in kurzen Weiten,
Stille dehnt den ungeborenen Traum,
Blindes füllt Tiefe mit leerem Raum.

Wo ewig schwarze Leere,
schläft im Bette stiller Meere,
keine Wärme, kein sich regen,
ist zuviel Platz für fernes Leben.

Noch herrscht früher Schatten Licht,
überall wohnt luftiges Gewicht,
nährt Kälte, Schwärze, Ewigkeit,
nie gekannter Massen Blindheit.

 

                         *

 

Als der Raum noch ohne Zeit,

fesselt kein Maß die dunklen Weiten,

treibt uraltes, vorzeitenes Wissen,

wie Vögel in sternenlosen Tiefen.

 

Wissen sammelt Macht zur Sicht,

der Blinden Heerschau ein erstes Licht;

Ahnend über Gräben weltenloser Ränder,

wie Lichterquellen Ausfluss flatternder Bänder.

 

Dort, wo erster Gewalten Sinn,

sind sie fremd im Krieg der Träume;

Hoffen sie ein Wort vom Anfang zu finden,

uraltes Wissen in gestreuten Sporen zu binden.

 

Bis der Stille Boden fruchtbar bereitet,

des Lebens Spur in ferne Welten leitet;

Befruchteter Samen die Leere füllte,

namenloses Hoffen aller Seelen Stille.

 

                         *

 

Als weder Werden, noch Vergehen,

bestimmt der Welten Leben,

die Mütter der Unsterblichkeit,

in Weite, Leere, Dunkelheit.

 

Erst zwischen Abend und Morgen,

bevor geboren Unruhe und Sorgen,

schafft Unbekanntes der Welten Freiheit,

des Endes Drang zur Einheit.

 

Überall träumend einher treiben,

der Sporen Hunger unersättliche Sog,

um zu suchen, zu finden und zu fassen,

kalte Massen in sternenlosen Gassen.

 

Dort wo verlassen und einsam,

des Lebens Same niemanden sein Eigen,

hoffen alle auf der Wärme Strahlen,

lange vor den vergessenen Sagen.

 

           Baumflüsterei Ablauf

           Vorstellung der Dunkelheit

           Die Frage nach dem Vertrauen

           Anrufen der Bäume des Gartens - Kehlgesang

           Elfenscen für die Steigerung der Sensibilität

           Der Ring der Seelen

           Lied vom Traum der Freiheit

           Wir gehen Baumschnüffeln

           Wir werden wiegende Bäume - Kehlgesang

           Wir küssen Bäume

           Wir berühren die Bäume mit unseren Körpern

           Cosmologica der Dunkelheit; errichten den cosmischen Baum Taranta

           Wir bilden einen Baum, vereinigen uns in einem Baum

           Der abschließende Baumring (wiegen) – Kehlgesang

           Dank an die Bäume



 

Phänomene der Megalithkultur
 

Skript zum Impulsreferat während dem "Fest der Steinzeitmusik"

von Armin vom Silberwald 14. September 2013

 

Wir alle sind Megalithiker – eine gewagte, zuerst einmal eine fragwürdige Aussage!

So wie wir hier sitzen, sollen wir wie die Menschen Europas vor 5000 Jahren mehr oder weniger sein? Warum nicht!

Dieses kurze Referat erzählt weniger von megalithischen Bauten, etwas mehr von der Megalitkultur, vor allem aber von den damaligen Menschen und ob Spuren von ihnen noch in uns sind.

Zuvor: Megalith kommt aus dem Griechischen und steht für „Groß „und „Stein“. Im Regelfall handelt es sich hierbei um die Verwendung bzw. Setzungen unbehauener Steine für Grab- und Kultanlagen in der Jungsteinzeit (dem Neolithikum) bis zur Beginnenden Bronzezeit. So ca. von 5000 bis in Europa 800 vChr.

Ihr geografisches Verwendungsgebiet ist enorm groß. Je nachdem welche Zuordnungen man ansetzt, handelt es sich dabei um die Atlantikküste und ihr küstennaher Raum, von Westafrika bis Britannien, Irland, rüber der Nord und Ostseeküste Deutschlands und Polens samt Hinterland und dann noch entlang den Mittelmehrküsten bis zu Israel und der Türkei, wieder mit dem Hinterland, wie auch auf Inseln wie Malta, Sardinen, Korsika etc.

Ihre Verwendung zeigen sich als Gräber, damit sind Dolme, Ganggräber gemeint, Steinkisten; aufrecht stehende Steine, die Menhire (aus der Keltischen Sprache) oder Monolithen; wie auch Steinkreise etc. Seit 1867 bis Heute besteht der Konsens, damit Monumente aus nahezu nur unbehauenen Steinen in der Jungsteinzeit und beginnender Bronzezeit zu meinen. Bezüglich unbehauene Steine kommen daher die ägyptischen Obelisken, nicht die Mauern von Tyrin oder auch nicht die maltesischen Tempel. Stonehege wäre demnach auch als kein megalithisches, sondern einfach nur als ein neolithisches Bauwerk zu sehen.

Soviel zu dem, was sozusagen jeder angreifen kann, wenn er sich die Mühe macht, die Megalithen zu besuchen.

Beeindruckend sind diese Steinwerke allemal. Vor allem wenn man bedenkt, mit welchem Können und Aufwand sie vor Jahrtausenden errichtet, ihre Steine bis zu 350 Tonnen und mit 21 Metern über weite Strecken transportiert wurden. Für den selbstdenkenden Menschen ergibt sich über das Staunen hinaus die Frage: Was hat die damaligen Menschen dazu bewegt, solche Steine zu bewegen, sie aufzurichten oder zu Bauwerken zu gebrauchen.

Da wären wir vorerst schon bei der Megalithkultur. Eine einheitliche, gemeinsame Megalithkultur im Verbreitungsraum der Megalithbauwerke gibt es nicht. Regional gibt es starke Unterschiede in Bauweise und Nutzung. Sie sind im Regelfall nicht miteinander verwandt. Die frühere Meinung, über die Seefahrt der Atlantikküste, sowie Nord und Ostsee hat sich die Bauweise der Bauwerke verbreitet, wird heute nicht mehr vertreten. Ihre hoher Zeit ist in der Vorzeit vor der Zeitenwende und die Regionen Europas haben damals unabhängig voneinander singuläre Monolithen und komplexe Bauwerke errichtet.

Die Nordische Megalitharchitektur Norddeutschland, Holland und Skandinavien, z.B. in der Zeit Trichterbecherkultur, unterscheidet sich deutlich von der Britannischen Megalithkultur: Bretagne, Normandie, Irland und England. Die ersteren wurden vorwiegend für Bestattungen bzw. als Gräber errichtet (Galeriegrab, Ganggrab, Großdolmen, Hünenbett ohne Kammer, Hünengrab, Steinkiste, Polygonaldolmen und Urdolmen), letztere auch für astronomische und kultische Nutzungen, Steinkreise und Steinreihen etc. (Stonehege - Sonnwendzeiten).

Nach dem derzeitigen Stand der Forschung kann gesagt werden, über das Verbreitungsgebiet megalitischer Bauwerke Europas gab es in den Jahrtausenden vor der Zeitenwende gleichzeitig und aufeinanderfolgend unterschiedlichste Kulturen, voneinander mehr oder weniger isoliert bzw. Bestenfalls in loser Verbindung.

Erst hier stellt sich die wirklich interessante Frage: „Was hatten die damaligen Europäer in sich, in ihrer Seele und in ihrem Geist gemeinsam, was trieb sie an, dass sie mit großem Aufwand schwerste Steine aufstellen und mit ihnen auch größte Bauwerke errichten. Hier wurde nicht weniger an Steinen bewegt, wie im alten Ägypten.

Stand dahinter wirklich nur ein Nützlichkeitsdenken, natürlich unter religiösen und kultischen Aspekten? War es Ahnenverehrung oder Ahnenabwehr, Mandmarken, Heldengedenken, astronomische Anlagen? Das hätten die Megalithiker mit Holzbauwerke wesentlich billiger machen können und sie taten es auch. Holz war in Europa überall vorhanden und das in bester und langlebigster Art. Für Bauwerke nutzbare Steine waren sehr selten und mussten oft über weite Strecken transportiert werden. Zusätzlich benötige die Aufstellung und Errichtung einiges an technischen Wissen.

Im Paläolithikum, die Altsteinzeit, über einen langen Zeitraum herauf, wurde der Mensch sich selbst immer bewusster, gleichzeitig entwickelte sich dem entgegen sein transzendentaler Bezug zur Anderswelt, einem Jenseits, die Welt der Ahnen, Naturgötter, Naturbeseeltheit usw. Im Neolithikum, die Jungsteinzeit, passierte dann in vielen kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen eine Revolution – die Neolithische Revolution Europas. Ackerbau und Viehzucht erreichte eine hohe Effizienz, dem Menschen wurde seine Möglichkeiten und seine Macht bewusst. In den Jahrtausenden vor der Zeitenwende wuchs nicht nur das Bewusstsein dafür, sondern auch der Wille zu Veränderungen, ein gehen über bisherige Horizonte hinaus.

Meist wird nicht beachtet, es gibt nicht nur einen flachen Horizont, sondern auch den über den Menschen, sozusagen in den Himmel hinauf, in den Kosmos hinein. Auch wenn im Vordergrund und vielleicht zuerst der religiösen und kulturelle Nützlichkeitsgedanke stand, so wie heute versuchte der damalige Mensch in und nach der Neolithischen Revolution das Machbare. Mit jedem Erfolg ging er Schritt für Schritt darüber hinaus, bis er Aufgrund der ihn begrenzenden technologischen Möglichkeiten an die natürliche Grenze seines Tuns stieß. Im Kopf war er schon weit darüber hinaus.

Es war ihm klar, dass jenseits seines territorialen Horizonts es ein weiteres Stück Land gibt. Wohl damals auch glaubend, dass die Welt in dieser Richtung irgendwo ihr Ende hat. Aber der Horizont im Himmel war da etwas schon ganz anderes. Der war unerreichbar und gerade deshalb mit einer besonderen Sehnsucht und einem immerwährenden Verlangen anstrebbar.

Der Megalithiker war ein Paradox zwischen dem Horizont der Ebene und dem des Himmels. Hier lag er mit sich selbst im Widerstreit der Horizonte. So errichtete er endlos lange Reiben an Menhiren, einige von ihnen weit über den Horizont der Ebene hinaus, aber auch singuläre Menhire (Megalithen) von für die damalige Zeit beträchtlicher Höhe. Der Zweck war das Überschreiten und dem sich Annähern von Horizonten, die Mittel waren die Steine. Das Mittel musste der Tranzendenz des Horizontes, vor allem dem über dem Megalithiker entsprechen – der Ewigkeit, der immer wieder kehrenden Sterne am Firmament, z.B..

Die immer wieder kehrenden Sterne und der Mond war für sie die kosmische Uhr. Um diese Uhr in einem praktischen Rahmen zu fassen, richtete er daran komplexe Bauwerke aus, z.B. Stonehege oder andere Steinkreisanlagen. Dabei ging es ihm aber immer und immer mehr um Höhe und um Größe generell. Das war für ihm auch Kunst – metaphysische Kunst. Die Kunst war dem Neolithiker nicht fremd, sie entwickelte sich schon im Paläolithikum, siehe die Höhlenmalereien oder Frauenstatuen als Freuchtbarkeitsideale, sie die Venus von Villendorf.

Das Moment der Ästethik trug der Megalithiker von Anbeginn in sich, entwickelte sich mit seinen Bauwerken. Größe, Harmonie, Struktur und schon verinnerlichte Geometrie, sozusagen das innere Auge, ließ in Bauwerke vorab schon im Kopf formen, gestalten und errichten. Er stand sicher vor seinem Werk und erfreute sich an seiner Schönheit und Größe. Angesichts dessen trat sicher oft der Nützlichkeitsgedanke in den Hintergrund. Der Megalithiker war vielleicht der erste bildende Künstler.

Aber der Aspekt der Kunst war sicher nicht die alleinige Triebfeder zur Errichtung megalithischer Bauwerke. Höhe, Weite und Monumentalität vermittelten Repräsentanz. Nicht wie später von Mächtigen oder Herrschern, sondern von Repräsentanz des Menschseins gegenüber dem Unbekannten, dem Unerklärbaren, gegenüber einer nicht zu verstehenden Angst.

Der Mensch sich selbst mehr als bewusst, sah seine Existenz im Widerstreit und zugleich in seiner Sehnsucht nach Vereinigung mit dem Unbekannten. Angst vor dem Unbekannten ist immer sehr bestimmenden, ihr begegnet er am besten mit außergewöhnlichen Leistungen, mit außergewöhnlichen Bauwerken. Da unbestimmte Angst nie vergeht, braucht es immer wieder Bauwerke, wenn es geht immer größere, letztlich immer höhere. Das nie erreichbare Ende der Angst im Megalithiker liegt im Himmel und in der Zeitlosigkeit von Steinen, z.B..

Diese immer wiederkehrenden Muster sehen wir in den gotischen Kathetralen oder in der Gegenwart in Hochhäusern wie z.B. in Dubai der derzeit höchster Wolkenkratzer, der Burj Khalifa mit seinen 828 Meter Höhe. Natürlich spielt dabei auch Macht und Repräsentanz, heute wie damals, ein wichtige Rolle. Aber dahinter steht das, von dem in diesem Referat eigentlich die Rede ist.

Auch wenn viele es anders sehen, vor allem es so sehen wollen, sind wir aus der Neolithischen Revolution noch nicht wirklich herausgetreten, zumindest in noch keine derart große neue hineingetreten. Auch wenn der Mensch zur Zeit von nichts mehr als von technologisch – gesellschaftliche Revolutionen spricht.

Noch immer lassen wir uns leiten, handeln wir wie die alten Megalithiker. Wir sind von der Arte her noch immer Megalithiker wie in den Jahrtausenden vor der christlichen Zeitenwende.

Also liebe Freunde, bilden wir uns trotz Internet, Smartphon, Plastik etc. nichts ein – wir sind vom Grunde her weder gescheiter, noch besser als die vor Jahrtausenden. Sicher nicht in unserem Tun, in unseren Träumen und vor allem in dem, was unseren Absichten vorausgeht.

Armin vom Silberwald im Oktober 2012
 


 

"Zur modernen Atlantisforschung" Geschichtsbild und Wissenschaft

 

Skript zum Impulsreferat am Dream Spirit Day – Schwazer Silberwald

Ableitung aus Platons Werken Politeia, Timaia und Critias

von Armin vom Silberwald 14. September 2013

 

Bitte hier keine Beschreibung von Atlantis erwarten / zu jeden Absatz gibt es einen Exkurs.

Nicht wenige sagen zu mir, „Atlantis lebt“, ich antworte „Elvis auch“.

Diese Aussage soll gegenüber Atlantisfreunden keine Provokation sein, sondern zum Nachdenken herausfordern. Allzuoft liegt eine Verklärung des alten Mythos Atlantis vor, liegt dem heute ein Romantizismus zugrunde.

Alle Träume und Sehnsüchte bezüglich Atlantisvorstellungen, die Jahrtausende herauf, wurzeln in Platons Werken Politeia, Timaia und Critia. Critias ist auch das interessantere von ihnen, weil Plato in seiner letzten Lebenszeit von der Verehrung der Tyranis aufgrund leidvoller eigener Erfahrungen und Erkenntnissen Abstand nahm. Ich möchte hier in der kurzen Zeit einmal dieses Thema von der Perspektive Platons her aufzeigen.

 

Die Vorstellung von Tyranis (Alleinherrschaft über eine Polis) unter Plato im alten Griechenland (700 – 200 Jhd. vCh) ist nicht zu vergleichen mit der Tyranis, wie wir sie heute verstehen. Mit einen Tyrannen meinte Plato die idealisierte Form eines weisen, philosophischen Herrschers auf dem Thron, im Gegensatz zum Königtum und Solons Demokratie

In der wissenschaftlichen Bearbeitung besteht schon lange kein Zweifel mehr, dass Plato sein Atlantis als fiktives Instrument bzw. Argument in seinen Dialogen gebrauchte. Die angeführten Werke bestehen vorwiegend aus diskursiven Dialogen zwischen mehr oder weniger weisen Männern, in denen sich mit dem Atlantis-Thema die Zerrissenheit Platos gegenüber den Herrschaftsformen seiner Zeit zeigt.

Wer den Mythos Atlantis verstehen will, muss, so gut es ihm möglich ist, Plato im Kontex seiner Zeit sehen. Plato wurde um 428 vCh in Athen geboren. Seine Mutter entstammte uraltem athenischen Adel, der sich bis auf Solon zurückführte. Sein Onkel Critias war das Haupt der dreißig Tyrannen und so war Plato schon in seiner Jugend von antidemokratischen Gedanken geprägt. Er selbst aber war nicht bereit, den radikalen Weg seines älteren und vielbewunderten Verwandten zu gehen.

Sehr wichtig ist im Zusammenhang mit Atlantis: in seiner Jugend soll Plato gedichtet haben und Dichtung fließt immer wieder in seinen Werken ein. So schrieb er auch von einer Reise nach Ägypten, eine Nachricht, die heute nicht mehr ernst genommen wird. Besonders bestimmten Platons Werke seine drei Reisen nach Sizilien und Unteritalien. In Sizilien, in Syrakus die Tyrannen Dionys I. und Dionys II., sowie in Unteritalien Kontakte mit der Kolonie pythagoreischer Denker. Letztlich erlebte er in Italien die sprichwörtliche Tyrannei am eigenen Leibe, wurde sogar als Sklave freigekauft und in Intrigen verwickelt, so dass er zurückkehren, ja fliehen musste. Das alles prägte ihn bis zu seinem Tode und zeigt sich auch sehr schön in seinem Atlantis-Mythos.

Was hat es nun mit Platons Atlantis-Mythos auf sich? Die heutigen romantischen Vorstellungen von Atlantis befassen sich nahezu zur Gänze mit Atlantis als Konstrukt von Gerechtigkeit, Ordnung und heilsbringender Utopie bzw. Vision. Dem war natürlich Platons Atlantis so nicht. Fast zur Gänze wird dabei auf den großen Atlantischen Krieg zwischen Ur-Athen und Atlantis vergessen.

Plato war in seinen letzten Lebensjahren schwer enttäuscht von seiner geliebten Tyrannis, d.h. dem weisen Philosophen auf dem Herrscherthron. Er wusste spät und aus leidvoller Erfahrung, dass gerechte Herrschaft so nicht zustande kommt. So ordnete er Atlantis zwar keine Tyrannis zu, aber ein Doppelkönigtum, dessen Könige den großen atlantischen Krieg gegen seine Stadt begannen. Schon wie seine Vorfahren in der Zeit der Perserkriege, sah auch er in einer weit zurückversetzen Zeit den Kampf Ur-Athen gegen den Rest der Welt zur Verteidigung athenischer Werte. Athen sah sich alleine gegen die militärische Allmacht Atlantis. Sein Atlantis umfasste die Länder jenseits der Säulen des Herkules, Libyens und Ägyptens, d.h. das gesamte Nordafrika, sowie Asien. Das hat auch mit der punischen Konkurrenz Athens im westlichen Mittelmeer zu tun.

Platons Sicht auf seine historisch zurückversetzte Situation Atlantis und Ur-Athens war eine genau entgegengesetzte den heutigen romantischen Atlantis-Vorstellungen. Atlantis waren die Bösen von einer später untergegangenen Insel. Eine Herrschaftsform, die letztlich nicht funktionieren konnte und daher den großen Krieg verlor. Ur-Athen gewann den Krieg als eine Polis gegen die barbarische Welt, den Rest der Welt da draußen. Also Ur-Athen gewann aufgrund seiner alles überragenden Werte.

Die Hochblüte der Geschichte Athens, man denke hier an das „Goldene Zeitalter unter Perikles“, Solon den Gesetzgeber, gründete sich in der Kraft der göttlichen athenischer Werte. Alle anderen waren Barbaren, die nicht einmal richtig reden konnten, solche eben wie die Atlanter und die Perser. Kein Gegner war mächtig genug, um nicht mit athenischen Werten besiegt werden zu können.

Auf diese Werte baute später auch Alexander in seinen Eroberungszügen bis zum Indus. Die Werte gaben neben überragender Taktik und Waffentechnologie der meist kleinen griechischen Streitmacht die Kraft zu siegen. Letztlich sind es die Werte, die zum Sieg führen. Gehen die verloren, ist auch der Krieg verloren. Das erlebten dann nach Alexander die ihm folgenden Diadochenreiche und vor Plato schon die Atlanter.

Viel könnte man zum Zeitalter der 9000 Jahre des Hephaistos sagen. Z.B. sprach Plato vom Atlantischen Krieg vor 9000 Jahren, vom Untergang der Insel Atlantis und die atlantische Herrschaftsform.

Vergessen sollte da nicht werden, Plato war auch ein begabter Dichter und wie es in der griechischen Dichtung grundlegend ist, besteht generell Doppeldeutigkeit von Inhalt und Formgebung. So hat Plato Atlantis auch Gutes zuordnen müssen, das war so griechische Tradition. Plato war klug genug nicht nur Schwarz – Weiß zu zeichnen. Entkleidet man Platons Atlantis-Mythos all seinem schmückenden Beiwerk und sophistischen Zuordnungen, zeigt sich eines über alle Träume hinweg sehr klar: Die Atlanter waren die Bösen, die Minderwertigen, die Ur-Athener die Guten und die in ihren Werten über alle anderen Stehenden. Letztlich hat sich die athenische Utopie von Herrschaftsform, Freiheit und Gerechtigkeit über die Jahrtausende herauf, bis in die heutige Zeit durchgesetzt. Man denke nur an die Magna Carta, an die Französische Revolution oder an die älteste Demokratie Europas, an die der Schweiz.

Das atlantische Herrschaftsmodell ging letztlich unter, war eines der Verlierer. Wobei sich dem entgegen doch zeigt, Renaissancen gibt es immer wieder in Ausprägungen totalitärer Herrschaftsformen und dem weit entgegengesetzt in den heutigen romantischen Verklärungen. So einfach kann man es aber auch nicht machen, denn atlantische Gedanken und Werte zeigen sich über viele Jahrhunderte herauf von den römischen Kaisern bis zu den Nationalsozialisten.

Zum Schluss: „Atlantis lebt“ - „Elvis auch“ Und Atlantis versus Ur-Athen lebt wirklich in unseren Köpfen als Utopie und Vision weiter. Darin liegt der Wert des heutigen Traums von Atlantis. Utopien reifen, bleiben nie stehen und sind ein permanenter Antrieb für Veränderungen und Entwicklungen, es einfach besser zu machen.

Damit möchte ich schließen. Meine Rede soll keine Besserwisserei sein und bei allen möglichen Missverständnissen und Fehldeutungen meinerseits doch zum Nachdenken anregen.

Armin vom Silberwald zum Dream Spirit Day 2013 im Schwazer Silberwald
 


 

PHÄNOMENE DES MODERNEN STADTSCHAMANISMUS – CITY SHAMAN

 

Skript zum Impulsreferat "Fest der Steinzeitmusik"

Armin vom Silberwald September 2012

 

Referat zu Phänomenen des modernen Stadtschamanismus in den Städten, Dörfern und urbanen Regionen Europas, von Armin vom Silberwald, im Rahmen der Schwazer Silberwalddialoge / Fest der Steinzeitmusik 2012 Museum Galerie Rabalderhaus Schwaz.

Herzlich willkommen liebe Freunde des Schwazer Silberwaldes und Interessierte an der Steinzeitmusik.

Einiges zu religiös-schamanistischen Ansätzen des Neanderthalensis und Sapiens haben wir schon gehört. Ich erlaube mir, das Phänomen des modernen Stadtschamanismus, wie ich es nenne, zu hinterfragen. Wobei ich bemerken möchte, Stadtschamanen gab es schon mit dem Priestertum in Babylon und im alten Ägypten.

Es soll hier keine Kritik an diesem gar nicht so alten Phänomen sein, sondern ich möchte einfach nur aus Neugierde einiges in den Raum stellen. Ein jeder kann selber Fragen und Antworten finden. Auch möchte ich betonen, wenn ich von Schamanen spreche, meine ich damit auch Frauen, also eine Schamanka, wie man so manchmal sagt.

Es zeigt sich schon am Begriff Schamane, wie wenig different und auch „schwammig“ er gebraucht wird. Als Terminus für eine wissenschaftliche Arbeit sollte er eigentlich definiert, gefasst werden - machen wir vielleicht noch. Wobei ich betonen möchte, das hier ist keine wissenschaftliche Arbeit.

 

DAS PHÄNOMEN SCHAMANISMUS

Zumindest wenn ich vom Phänomen Stadtschamanismus spreche, meine ich damit eine anthropologische Sicht, im engeren Sinne eine kulturanthropologische Betrachtung auf das Auftreten vermeintlicher oder echter Schamanen und ebensolcher Frauen im urbanen Raum. Damit sind die Megacities, die Dörfer, die Städte aber auch die intensiv landwirtschaftlich genutzten Räume unseres Kontinents gemeint.

Etwas zieht sich quer über dem Kontinent Europa; Leute, meist jüngeren und mittleren Alters, lesen ein Buch über Schamanismus, besuchen einen entsprechenden Workshop und spüren so etwas wie ein schamanistisches Empfinden oder gar Kräfte und Potential in sich. Das ist kein dichtes, aber ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen, ich spreche hier auch aus den Erfahrungen des Silberwaldes und seine Verbindungen in die urbane Welt.

Dabei sollte man die unterscheiden, die aus welchen Gründen auch immer geleitet sind von einem Verlangen, von einer mehr oder weniger großen Sehnsucht nach einer anderen Welt und jene, die explizit als Schamanen auftreten.

Bei letzteren ist wieder zu trennen, die, die sich mit der Sache ernsthaft und vor allem ident auseinander setzen und jenen, die durch Workshops oder z.B. durch Vorträge vor mehr als 1000 Leuten nicht wenig Geld machen. Oft sind es wenig erfolgreiche Journalisten, die auf diesen Zug aufspringen und dann sehr erfolgreich sind, Beispiele gibt es mehr als genug.

Überhaupt gilt, wer ein Buch, in welcher Qualität auch immer, schreibt, ist schon eine anerkannte Autorität. Und je mehr Bücher, inflationär, desto höher das Ansehen und selten fragt jemand danach, was wirklich hinter Aussagen steht.

 

DREI BEISPIELE DES PHÄNOMENS

● ALTES WISSEN

Im Silberwald machen die „Mondinen“, das sind Silberwaldfrauen, Mondfeiern und noch einiges in dieser Art.

Eine Feier hatte den Titel „Altes Wissen für die neue Zeit“. Bemerkenswert, wie wenig die Leute altes Wissen in sich hatten. Natürlich kann nicht ein jeder ein Historiker sein und den Leuten ist eigentlich nichts vorzuwerfen.

Viel fragmentarisches Wissen aus Workshops und Vorträgen wird ihnen zwar als alt, in jedem Fall zugleich als brand-neu, weil rentabel, verkauft. Ihre Vorstellungen vom Licht, vom fließenden Licht vom Kosmos herab, durch den Körper und in Umkehrung zum Kosmos zurück (Exkurs: persische Lichtreligion des Zarathustra), oder von Einem zum Vielem und zurück (Exkurs Plotinus), hören sie, eben altes Wissen, aber von der Geschichte dieses Wissens wissen sie nichts.

Auch wird immer wieder in idealisierender Weise von der guten alten Zeit naturbezogener Völker und Kulturen gesprochen bzw. geschrieben, besonders von der der Maya, den Kelten und Germanen. Sie wissen zwar, dass die Maya durch ihren Raubbau an der Natur ihre Kultur in den Untergang trieben (Exkurs: Der Untergang der Maya), aber hier findet eine totale Verdrängung statt.

Auch die Kelten, Germanen, Römer und Griechen, besonders, die Spanier, die Briten betrieben aus wirtschaftlichen und kriegsmateriellen Gründen, vor allem wegen des Flottenbaus, konsequentesten Raubbau an der Natur. (Exkurs: Das maurische Eichhörnchen)

Hier entspricht ein Rückbeziehen auf einen schonenden Umgang der alten Völker mit der Natur nicht den historischen Tatsachen.

● BIOGRAPHIE DES STADTSCHAMANISMUS

Eine Runde beim AVATARA Fest 2012 im Silberwald: Junge Leute sitzen am Feuer und sprechen von der Notwendigkeit einer Veränderung der Welt. Im Zeichen des Lichtes wird sich alles zum Besseren wenden, sie glauben, immer mehr Leute werden vom Neuen Guten überzeugt sein und eine neue Welt der Liebe, des Friedens und der Achtung der Natur schaffen. Diese Leute sind enorm friedlich und haben so gar nichts mit der Revolte der 68er zu tun, allerdings sind sie sehr nahe den Hippies der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Die Hippies der 70ger und 80ger Jahre wurden aus Los Angeles und dann aus Kalifornien vertrieben und schufen eine Weiterführung ihrer Kultur in der portugiesischen Enklave GOA in Indien. Ein wesentliches Begleitinstrument dieser Kultur war der Gedanke und die Musik des New Age.

Diese damalige Subkultur hatte noch keine tiefen religiösen Züge.

Jetzt kommt eine späte Welle wieder nach Europa zurück und die jetzige Subkultur steht ebenso in starker Opposition zum herrschenden Establishment.

Eines unterscheidet die jetzige Subkultur von der der alten Hippies, sie hat enorm tiefe religiöse Züge. Die Leute fühlen sich ungerecht behandelt, getäuscht, missbraucht von Politik und Wirtschaft und glauben sich einem permanenten Druck der Gesellschaft hilflos ausgesetzt zu sein – was ja auch stimmt.

● RELIGIÖSE ZÜGE

Prinzipiell stellen diese Leute jedem außerhalb ihrer Welt ihren eigenen absolutistischen Anspruch voran, auch wenn sie dabei oft genug von Toleranz und Offenheit sprechen. Hier zeigt sich deutlich ein Satz der Erkenntnistheorie: „Vernunft und Glaube gehen nicht zusammen“. Verstandesarbeit setzt nahezu zur Gänze aus und es herrscht im Regelfall purer Glaube und zeigt sich so oft genug in einen latenten Ansatz eines Stadtschamanismus. (Exkurs: Diese Leute pflegen einen enormen nützlichkeitsorientierten Egoismus). Nicht wenige von ihnen hoffen, die Welt außerhalb ihrer eigenen bricht zusammen, nutzen aber sehr gerne die Vorteile diese Welt, wenn es zu ihrem Vorteil ist.)

Es ist die Flucht in eine alternative Religion. Z.B. eine Flucht aus der christlichen Religion, ihren Konfessionen wie z.B. die Katholische Kirche, in die einer lichterhellten Naturreligion, einem Naturromantizismus oder auch einer fiktiven, idealisierten Welt. Immer bestimmt von deutlichen Merkmalen, Kriterien einer Religion.

Damit klar ist, was hier für eine Sprache bzw. Begriffe herrschen:

Liebe ist die größte Macht des Universums, es ist die lichtvollste Energie, die uns Menschen alle miteinander in höchster Schwingung verbindet. Erst wenn es uns gelingt, eine Situation in bedingungsloser Liebe anzunehmen, sind wir in der Lage uns mit dem ewigen Sein zu verbinden. (Exkurs: Begriffshervorhebung)

Eigentlich, "überzeichnet gesagt", gehen sie von einem Gefängnis einer ihnen oft vom Elternhaus übertragenen Religion in ein Gefängnis einer anderen Religion – der Licht- und Energiereligion. (Exkurs: Die neue Verletzlichkeit der Christlichern Kirchen / des Christentums generell.)

Und weil hier letztlich eine Erlöserreligion, - beachtet keine Offenbarungsreligion - eine tragende Rolle spielt, ist es für rhetorisch geschickte, manchmal auch charismatische Persönlichkeiten relativ leicht, wie der Fischer mit dem Netz, die Suchenden, Hilflosen, Orientierungslosen einzufangen und ihnen so einiges direkt und indirekt zu vermitteln, ja sie regelrecht zu verzaubern. Wo funktioniert so etwas am besten, in den Megacities, den Städten und Dörfern, sowie urbanen Regionen, eben dort, wo es Druck, Enttäuschung und Frust gibt. Dort fischen nicht wenige Schamanen, Heiler, Heilversprecher etc. und zumindest eine mehr oder weniger große Hörerschaft ist ihnen sicher. Hier spreche ich von Stadtschamanen.

 

PHÄNOMENE DES STADTSCHAMANISMUS

Wie ist es nun mit dem kulturellen Phänomen des Stadtschamanismus wirklich? Der erste weit verbreitete, wenn auch ein dünner Stadtschamanismus, setzte sich gegen Ende der 70er Jahre in Europa fest. Junge Leute hörten einerseits von den Hippies in Kalifornien, andere vom Leben der Native American Indians, den Lakotas, den Navajos oder der sehr rätselhaften Kultur der Hopi Indianer.

Die meisten jungen Europäer besuchten weniger die Hippies, sondern die Indianer, wollten ihr Leben, ihre Kultur kennen lernen. Dort trafen sie auf sogenannte „Medizinmänner“, also Schamanen der Clans und Stämme. Wobei die Indianer selber den Begriff Schamane ablehnen, sie sprechen eher von Heilern oder heiligen Männern. (Exkurs; Sitting Bull, der Hexer Geronimo)

Die jungen Leute kamen nach Europa zurück. Fasziniert nicht nur von der Kultur der Indianer, sondern besonders von ihren heiligen Männern. Damit einhergehend besuchten bekannte heilige Männer der Indianer Europa. Es entstand ein reglerechter Austauschtourismus. Erste Ansätze von aktiven Schamanen in den Städten waren zu erkennen.

Die Hippies wurden aus Kalifornien regelrecht vertrieben, geprügelt, und siedelten sich in GOA, der portugiesischen Enklave in Indien an. Dort lernten die Leute den Brahmanismus, den Hinduismus und die Kultur der Sadus kennen. Der Buddhismus spielte für die Entwicklung des Stadtschamanismus keine Reolle.

Eine Synthese, eine Melange, alle dem entstand in Europa, begleitend initiiert von der späten Musik der Beatles, besonders durch das aufsehenerregende Aussehen von George Harrison, seinem Sitarspiel, seiner Lebensweise. Es war die Botschaft eines sehr starken Bildes.

Viele begannen sich für diese östliche Kultur und Lebensweise zu interessieren. Besonders das Rätselhafte, das Unbekannte, letztlich das mystische und magische dieser Kulturen bewegten tief Teile der Jugendkultur.

   In den 80er und 90er Jahren faszinierten die Aborigines Australiens, begleitend von der Exotik des Didgeridoos, sowie auch die der in der Natur total eingebundene Kultur der Buschmänner der Kalahari.

   Dieses romantisch-idealisierte Bild setzte regelrecht Seelen junger und Leute mittleren Alters in Bewegung.

Jetzt fahren immer mehr Musiker, Obertonsänger in die nördliche Mongolei und das benachbarte Sibirien. (Exkurs: TUVA) Dort verbringen sie meist einen 14tägigen Urlaub und treffen auf sogenannte „Schamanen“, erfahren wie schon in den 70er Jahren zuvor in Amerika vom „Schamanenamt“ – ein wichtiger Begriff. Wie zur Legitimation lassen sie von sich mit einem Schamanen ein Foto für die Homepage oder zum Herumzeigen machen.

Sie erleben seelennah Trancezustände, in denen Kontakt zu Göttern, zu einer Geisterwelt oder zu den Ahnen aufgebaut wird. Das passiert im Regelfall mit Ritualen, Tänzen, Posen, um z.B. Beschwörungsformeln zu tragen und zu verstärken. Oft genug um Schutz herbei zu rufen oder zu heilen.

 

DIE KEHRE

Diese kurz angerissene Biographie eines differenten, sich über die Jahrzehnte synthetisch immer mehr anreichenden, verbindenden idealisierten Schamanentums führte zum heutigen urbanen Schamanismus Europas. Er ist ein Paradox, denn einerseits enorm vielfältig, andererseits nahezu durchgehend stringent.

Seit dem Homo neanderthalensis gibt es wahrscheinlich schon Schamanen, sein religiöses Empfinden scheint gesichert zu sein, ähnlich dem frühen Homo sapiens in Europa.

Und jetzt die These: Wenn sich religiös-schamanistisches Empfinden über mehrere Jahrzehntausende, wahrscheinlich Jahrhunderttausende, in uns verfestigt (Exkurs: Freud, C. G. Jung), kann es nicht einfach in Jahrzehnten verloren gehen. (Exkurs: Genetik; Determinismus, stammesgeschichtliches Verhalten, etc.) Konsequent und evident heißt das, auch im urbanen Menschen der Jetztzeit müsste das Potential des „Schamanenseins“ gegeben sein. Bei katholischen Priestern nimmt man das wie selbstverständlich an und eigentlich müsste die Heilige Hildegard von Bingen eine Schamanka, eine Schamanin gewesen sein.

In diesem Sinne liebe Freunde, hier in diesem Raum sind wir alle Schamanen oder haben zumindest etwas davon in uns. Also lasst euch nicht irritieren und kauft euch eine Rahmentrommel, dann macht wenigstens irgendjemand ein Geschäft. – Euer Armin vom Silberwald ::: 01. Sep 2012

 


 

AURAEROTIK – Kultur einer uralten Liebe

 

Kopflastigkeit ist in der jüngeren Heilsgeschichte der EuroGurus und EuroSchamanen ein verpöntes Wort. Sie sprechen gerne davon: Handle nach deinem Herzen und alles wird gut. Natürlich gilt auch hier: Jedem seine Wahrheit, jedem sein Weg.

Alte und gegenwärtige Geschichte des euro-angelsächsischen Kulturraums ist bestimmt von dieser Kopflastigkeit. Die neuen Heilsversprechen bieten Wege der Liebe, manchmal der bedingungslosen Liebe an oder Tore zu einem Glück im Lichte höchster Ebenen oder in einer Feinstofflichkeit ewigen Lebens. Ihr Primat der Liebe des Herzens schließt ein den Menschen gegebene Potential des Verstandes aus. Die Gurus und ihre Anhänger verweigern sich ein dem Menschen wertvolles Werkzeug, verarmen im Menschsein.

An ihnen zeigt sich ein durchgängiges Phänomen eines fundamentalen Widerspruches. Gerade diese Gurus und Schamanen bauen auf ihren angepriesenen Wegen zum Glück komplexe oft auch komplizierte Modelle des Verstandes zum Erlangen des Glücks an. Da tut es gut, all den vielen Widersprüchen uraltes Wissen über die Liebe der Götter, die der Auraerotik gegenüber zu stellen.

Die Menschen wissen nichts mehr von einer uralten Auraerotik. Nur einigen wenigen sind die mündlichen Überlieferungen uralter Mythen und Legenden dieser Art Liebe, schon lange vor der alten Sprache Sanskrit, den Veden, bekannt. Dort wurde immer wieder in einer bildhaften Sprache von einer Auraerotik, der ersten Liebe der Götter gesprochen. Z.B. schon lange vor den Veden in der uralten Kultur der Tamilen, eine Dschungelkultur der Dunkelheit auf dem indischen Subkontinent. Bevor vor ca. zehn bis acht Tausend Jahren die kriegerischen Sonnenvölker der zentralasiatischen Ebenen über dem Himalaya in die Länder des indischen Subkontinents hinunter stiegen, herrschten dort Kulturen der Dunkelheit. Die Menschen dieser Kulturen sahen im Gegensatz zu den Sonnenvölkern der freien Ebenen nur Bäume über sich. Sie waren nicht von der Sonne geblendet, ihre Sicht - um ein vielfaches schärfer - ließ sie die Liebe der Götter sehen. Letztlich sie auch selber leben. Die aggressiven Sonnenvölker löschten diese Kulturen nahezu aus und zwangen die Besiegten teils in Kasten, teils an den Rand ihres Kulturraumes.

In Indien ging das Wissen über die Liebe der Götter scheinbar verloren. Aber Überlieferungen durch einige wenige Weise und Wissende strandete immer wieder in der jeweiligen Zeit, auch in unserer Gegenwart. Vor allem, weil Wissen über diese Liebe der Götter nicht auf den indischen Subkontinent beschränkt war, sondern als ein universelles Wissen über die Liebe in anderen alten Kulturen unserer Erde von Menschen, wenn auch von sehr wenigen, meist Herrschenden oder Reichen, praktiziert wurde.

Eine späte Variante der Auraerotik pflegten die alten Herrscher Indiens, auch die Sultane im Bosporus, in der hohen Zeit ihrer Dekadenz. Allerdings waren letztere mehr mit dem Geschwistermord beschäftigt. Besonders pflegten diese Liebe die Perser / Meder. In einer wunderbareren arabisch-persischen Poesie wurde diese Liebe beschrieben und besungen. Von einer solchen Liebeskultur in der Jungsteinzeit, dem Neolithikum Europas, der Megalithkulturen ist nichts bekannt. Europa war schon immer anders.

Jede Variante der Auraerotik ist bestimmt von Verlangen und Sehnsucht, weniger bis gar nicht von einem Geschlechtsakt. In den alten Kulturen, hochstehenden, aber auch sehr verbreitet in nativen, gab es eine Kultur der Sehnsucht und des Verlangens. Auch nach der körperlicher Vereinigung, der erigierenden Ekstase, wurde eine Kultur eines langen Ausklingens, eine permanente, sanfte und nachhaltige Ekstase gepflegt.

Im Davor steht Sehnsucht und Verlangen, passiert das Ineinanderfließen, Verschmelzen der Herzen und Seelen, speziell der Auren zu einer einzigen großen Aura. Dieser Zustand wurde gezielt und mit einigem Aufwand gepflegt und stetig weiterentwickelt. Letztlich so, dass im Danach sich ein Vibrieren und Schwingen des ganzen Körpers einstellte. Nach der Vereinigung der Auren, bzw. nach der erigierenden Ekstase, kam es zu einem relativ lang anhaltenden Zustand eines Verharrens im reinen Glück. Sehnsucht und Verlangen spielte keine Rolle mehr. Die erigierende Ekstase war meist ein relativ kurzer Akt, wurde prinzipiell nie zur Gänze vollzogen. Letztlich auf sie verzichtet.

Schon im Davor und Danach nahmen die Liebenden bei gleichzeitiger Umarmung und Umschlingung das Geschlechtsteil des anderen in die Hand. Einerseits ein Halten des Gliedes, andererseits ein Auflegen oder Hineinlegen der Hand auf bzw. in die Vagina. Die Liebenden nahmen den Odem, dem Atem des Partners tief und immer fort in sich auf. Energie begann zu fließen, ihr Kreis sich zu schließen. Die Auren, schon zuvor vereinigt, erweiterten sich, Energiereichtum in ihrer Tiefe ließ sie leuchten, vibrieren und mit Wellen, wie Ebbe und Flut, durchströmen.

Mit fortschreitender Entwicklung dieser Liebe wurde der Akt der erigierenden Ekstase immer kürzer, das Davor und Danach immer länger, immer bestimmender. Die Entwicklung dieser Kultur der Liebe näherte sich immer mehr der der alten Götter. Letztlich unerreicht, aber immer schöner, tiefer und nachhaltig erlebbar. Das ging so weit, dass z.B. Herrscher ihren Thron verloren, oder Reiche ihr Vermögen. Sie waren einfach nicht mehr tüchtig genug im Kampf des Alltags. Die höchste Erfüllung konnte in eine Art lebendigen Tod münden. Der „Lebendig liebende Tod“ ging über in einen dauerhaften, in eine Art relative Unsterblichkeit. Hier öffneten sich immer wieder mögliche Zugänge zur göttlichen Liebe. Dichter und Poeten näherten sich dem Tod in der Liebe, unvollkommen aber immerhin in ihren Werken. Shakespeare, aber auch in der arabisch-persischen oder indischen Erotikpoesie. Nicht zu verwechseln mit dem viel späteren, sehr jungen Kamasutra.

Um ein langes Nachklingen und Vibrieren anhaltend leben zu können, bedarf es in den Tagen danach eines ruhigen und sehr ausgeglichenen Wesens, sonst baut sich die tragende Spannung schnell ab. In dieser Zeit lebten die Liebenden schöne Bilder, kein Stress, tiefe Harmonie in abgeklärter Distanz zu den Problemen des Alltags. Alte Wissende pflegten dieses Nachbeben, Vibrieren, hielten die Spannung über mehrere Tage. Ganz ohne die komplizierten Modelle der Kopflastigkeit, wie sie EuroGurus und EuroSchamanen anpreisen. Ein einfaches Leben in göttlicher Liebe, die prinzipiell auch heute noch jeder in sich hat, geleitet von Bescheidenheit, Gelassenheit und Demut. Ein Streben nach höchstem und vollendetem Glück.
Solch eine Liebe zu leben, ist aber nicht leicht in der Mühle des Alltags. Deswegen ist das Wissen über sie nahezu verloren gegangen. Und so sagten die Weisen vor langer Zeit zu dieser Liebe, es sei die Liebe der Götter, die Auraerotik, und sie sei die eigentliche Erfüllung des Menschseins in Frieden, Freude und Liebe.

Armin vom Silberwald, einer der alten Meister des Waldes und Elfenmeister
Schwazer Silberwald im Jahr des Schmetterlings

 

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ELFENTHEOLOGIE Teil 2 Schwazer Silberwald

 

Elfen und Theologie, geht das überhaupt zusammen? Schauen wir einmal.

 

Der Gebrauch des Begriffes Theologie (Lehre von Gott, später Reden über Gott) hat eine lange Tradition. Schon die griechischen Philosophen verwendeten ihn. Je nach Zeitalter variiert dieser Begriff inhaltlich, zugrunde liegt ihm aber universell und paradigmisch: „Sich mit Gott auseinander setzen“.

 

So wollen wir es auch mit unseren Elfen halten, also ein Auseinandersetzen mit diesen wunderbaren und rätselhaften Wesen. Vielleicht wäre es besser hier von Entitäten (etwas Existierendes, Seiendes) mit göttlichen Eigenschaften zu sprechen. Also ein göttlich Seiendes, ein rätselhaftes Ding, ein abstraktes und doch lebendiges Wesen der Natur - vorerst.

 

Wenn eine Mutter ihrem Kind eine Elfengeschichte vorliest, scheint das das Normalste zu sein. Wenn diese Mutter aber als Erwachsene mit anderen Erwachsenen über Elfen spricht, zeigt sich hier eine deutliche Distanziertheit gegenüber einer Anerkennung und Akzeptanz von Elfen. Elfen in Büchern, in Filmen oder Theaterstücken sind sehr populär. Ist die Sprache von Elfen, unmittelbar in der Natur selber erlebend, wird das abgelehnt, gilt generell als lächerlich.

 

Also einerseits diese riesige kindliche Sehnsucht, auch im Erwachsenen, sich artikulierend in alten Büchern, vor allem aber und enorm vermehrt in modernen Medien wie in Filmen und verschiedenster Phantasieliteratur. Andererseits dem begleitend: das ist ja nur Phantasie, Fiktion und nicht wirklich.

 

Was bleibt und sich fundamental zeigt, ist eine tiefe und verlangende Sehnsucht nach einer besseren, heilen und unmittelbaren Welt der Wunder. Diese Sehnsucht wird bei Elfenfreunden getragen von einem nahezu religiösen Naturromantizismus. Aber ist es wirklich nur das alleine, einfach nur eine Sehnsucht nach einer besseren Welt? Das hieße einer Sache nicht tief genug auf den Grund gegangen zu sein. Ab hier beginnt die Theologie, die Elfentheologie.

 

Glauben an Gott, glauben an Elfen – eine Theologie setzt im Regelfall, nicht immer, einen Glauben an ein höheres Wesen voraus. Nehmen wir einmal an, so wie es einen Gott geben soll, gibt es auch Elfen. Und wenn es sie gibt, wie zeigen sie sich uns, wie können wir sie wahrnehmen. Wie und was sind sie eigentlich? Letztere Frage kann wohl nur von einigen wenigen Wissenden beantwortet werden.

 

Bezüglich Wahrnehmen, ein kurzer Mailtext an drei Frauen, mit denen ich ansatzweise in die geheimnisvolle Welt der Bäume gegangen bin. Ähnliches gilt auch für eine Elfenschau.

 

„Einer der alten Meister des Waldes führte eine Frau von jenseits des Flusses und zwei Frauen aus dem Oberland in LOORIEN alpha, dem Schwazer Silberwald, an die geheimnisvolle, dem modernen, zeitgeistigen Menschen schon lange entfremdete, ferne, geheimnisvolle Welt der Bäume heran. Es war nur ein Schnuppern, ein Anklopfen an ein Mysterium. Der Wein des uralten Dionysos, Schamantrommeln und viel Liebe öffnete ein Tor auf den Weg transzendenter Baum-Erfahrung.
Stationen des Weges waren
ESPERN
> telepathisch, empathische hinein hören und fühlen < scharfe metaphysische Ohren, Haut, inneres Auge etc.
WISPERN
> heißt so viel wie lautnachahmenden Ursprungs < Also die Urtöne des Lebens, den Urton des Kosmos, den des Universums hören lernen und wieder geben, weiter geben, in Seelen, Herzen, in die Natur hinein zurück schicken.
RAUNEN
> heimlich und leise reden, flüstern, sich verschwören, vertraulich unterhalten; Runenzauber ausüben < Es passiert Kommunikation.

 

Dieser Text soll verdeutlichen, einerseits kann es spontane Elfenbegegnungen geben, ist aber mehr als selten, andererseits kann sich jeder an Elfenwahrnehmungen und -erfahrungen heran arbeiten. Nur dieser Weg ist sehr mühsam, braucht viel Ausdauer und ebenso viel Zeit, oft viele Jahre.

 

Sich hierbei nur von Sehnsucht leiten lassen ist ungenügend, es benötigt ein Arbeiten mit den drei Potentialen des Menschseins, mit dem Herzen, mit dem Verstand und mit der Seele. Die drei schließen alles ein, besonders und auch den spirituellen Weg. Wird nur ein Teil leichtfertig nicht gebraucht, verdrängt, verkümmert und verarmt der Mensch in seinem Menschsein, verschließt er sich selbst den wahren Wundern der Natur. Alle drei Potentiale müssen immer wieder im Gleichgewicht stehen und so auch arbeiten. Wenn jemand spricht: Gehorche alleine deinem Herzen und alles wird gut, weiß er nicht, von was er spricht.

 

Elfen erfahren setzt voraus, mit den Potentialen des Menschseins ein Hineingehen in ihre Welt, in die Welt der Natur. Dieses Hineingehen ist schon schwierig genug, ist den meisten Menschen heute verschlossen. Dann noch eine elfische Entität wahrnehmen, unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

 

Die permanente Schärfung der Sinne, eine Steigerung der Sensibilität ins nahezu Unerträgliche und dem begleitend eine wahre Offenheit, bei gleichzeitiger Beibehaltung der eigenen ehrlichen Identität, macht aus einen Schauenden im Naturraum einen Sehenden. Sehen kann dann zu einem vielfältigen, ja unbegrenzten Wahrnehmen im Raum Natur führen. Es zeigen sich Wunder über Wunder, Erscheinungen ungeahnten Maßes und unmittelbare Begegnungen mit vielen Wesen der Natur, stoffliche und nichtstoffliche. Also nicht nur Elfenartiges.

 

So wie sich die Lichtelfen als unbeschreiblich wunderbare Lichterscheinung zeigen, zeigen sich die Dunkel-, Nacht- und Schwarzelfen als nicht sichtbare, aber doch enorm seelenberührende Wesen. Letzteres ist ein Sehen der „Dunklen“ mit dem inneren Auge, translierend (engl. translational) im Sehen der Dunkelheit der Natur.

 

Bei konsequenter Schärfung innerer und äußerer Wahrnehmungsfähigkeiten kann sich der Zustand einer magischen (Hell)Sichtigkeit einstellen. Das betrifft nicht nur das Sehen. Im freien Naturraum zeigen sich Lebensformen stofflicher und nichtstofflicher Natur, wie der Sehende, Hörende, Fühlende es sich vorher nicht vorstellen konnte, er bestenfalls vereinzelt von diesen Wesen nur ahnte. Im Regelfall sieht er mehr oder weniger agierende, seltener intelligente Eigenschaften von Entitäten, die Entitäten selber nicht. Das bedeutet noch lange keine Kommunikation, ist aber ein Sehen, Hören, Fühlen, einfach gesagt, ein Wahrnehmen von dem Menschen schon vor langer Zeit verlorenen gegangenen Fähigkeiten für die Wunder der Natur. Wohl verborgen und verschlossen, aber den Wissenden noch nicht vergessenen Lebensformen der Natur.

 

In der Scholastik des Mittelalters war die Theologie die Wissenschaft, die Philosophie ihre Magd. Das hat sich inzwischen etwas verschoben. Soll diese Arbeit aber eine theologische sein, besteht die Notwendigkeit einer Kernthese über die Existenz von Elfen:

 

„Die Möglichkeit eines Wahrnehmens von Naturwesen, wie sie unter den Namen Elfen verstanden werden, steht jeden Menschen offen. Es kann spontane Begegnungen geben, ist aber eher unwahrscheinlich. Wege zu ihnen sind mühsam und es dauert Jahre in der Entwicklung von Sinnesschärfe und Erkenntnisgewinn. Je nach Art zeigen sich solche Wesen als singuläre, intelligente Eigenschaften von Entitäten des Lichtes und / oder solche der Dunkelheit. Es gibt örtliche Elfengemeinschaften der jeweiligen Art, hier kann von einem Volk gesprochen werden. Elfenvölker, wie auch singuläre Wesen sind in topographischen Inseln über die ganze Erde verstreut. Im mittel- und nordeuropäischen Kulturraum nennt man solche Wesen Elfen, sowie zwischenwesen Elben, in anderen Teilen der Erde haben sie andere Namen. Der Silberwald ist hier Zeugnis.“

 

Vorerst so viel zur Elfentheologie. Der nächst Elfen-Aufsatz behandelt Wege der Elfenspiritualität.

 

Armin vom Silberwald, einer der alten Meister des Waldes und Elfenmeister; einer der die Nacht, den Mond und die Dunkelheit liebt, aus der Dunkelheit kommt.

 

Schwazer Silberwald im zur Neige gehenden Silberwaldjahr des Schmetterlings

 

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ZEITBRUNNEN - ein Brunnen der Zeit

Zeitbrunnen sind extrem selten. Ich war noch ziemlich am Anfang einer 3300 Kilometer langen Fußwanderung an den Küsten des Mittelmeers entlang, als ich auf den ersten gestoßen bin. Ich erlebte ihn im sprichwörtlichen Sinne in der Toskana in Etrurien, in der Nähe des Flusses F. Ombrone unweit der Küste Liguriens. Meine Wanderung leitete die Suche nach der Seele des Landes unter dem Titel SEELENLANDSUCHE. Damals wusste ich noch nicht, dass dieser Zeitbrunnen der einzige südlich der Alpen ist und dass Jahre später mir der einzige der Alpen im Silberwald sich öffnete.


Zeitbrunnen sind wie die alten Schachtbrunnen. Tief in ihrer Sohle spiegelt sich die Seele des Landes, aber immer nur für Momente, denn wie ein Grundwasserstrom strömt auch die Zeit in der Tiefe des Brunnens vorbei. Die Zeit ist nur punktuell einsehbar. Viel bewegender sind aber die Wände der Brunnenschächte. Von ihnen erzählt unten stehender Text.
Elpen (mit harten p) benützen Zeitbrunnen. Von ihnen abgesehen können nur Elbenartige entlang der Brunnenschächte zwischen den Epochen reisen. Der Text ist bewusst schwer leserlich und verschlüsselt geschrieben. Für Menschen ist er nicht gedacht, aber für Elbenartige und ist eine Deutung aus der CORMMOLOGICA der Dunkelheit „STERNENSAMEN“.

„.... nur, sind des ahnen augen vergessen und geleugnet; diese hoffen voller scham und betroffenheit auf die wiedergeburt der elpenzeit, wo dann der eine dem anderen die blindheit nimmt, und so das suchende auge an sehkraft gewinnt, um den seher im sumpfe feuchtwarmer wässer mit nicht endender sicht auf die eigene ahnenkette rückwärts schauen zu lassen, ihm die fragwürdigkeit ihrer glieder bewusst zu machen und schnell noch über ihre dürftigkeit zu lachen, bevor der elp zwischen sumpfpflanzen hindurch auf eine seichte lacke zeigt, deren schwarzschlammiger grund vom spiegelbild der sonnenzeit kund tuend dem elp unter dem tiefdunkelblauen sternenhimmel einen der brunnen der zeit öffnet, in dem er untertauchend die letzten boten der sonnencorona noch grüßend das staunende auge zum mitkommen auffordert, sie beide gemeinsam schraubend abwärtsschweben, immer fort um die eigenen seele drehend und die positionen zueinander in begleitung harmonischer klänge um die epochenachse kreisend wechseln, und dabei das auge immer mehr mit kraft und macht aufgeladen von einem glühenden glimmer zu einem leuchtenden, drehenden rad anwächst, dem im abwärtsschweben die geschichte der elpengeschlechter wie auf einem uralten, lebenden fries kund getan wird; ein abwärtsschweben wie in einem endlos hoch oder tief scheinenden dom, dessen wände das spiralige abwärtsgleiten des paares mit leuchtendfahlgelben, schlanken und schmucklosen sandsteinsäulen, luftigen arkaden, emporen, getürm und spitzfenster begleiten, durch die der elpen ahnenwurzeln allmählich sichtbar werden, und wo zu sehen ist, wie wesen ihrer art den steinen, den bäumen und vielen andern das wort und die sprache bringen, sie das erste lied der freude, der schönheit und der liebe singen, es in den kosmos hinaus tragen und in aller leben seelen hinein schreiben, so diese untereinander sprechen, sich lieben und freuen lernen, lange bevor in einem akt der anmaßung der erdlinge paradies oder gar das ihrer götter geschaffen wurde, und der elpen ahnen mit der genesis und der pflege des noch nicht wunderbaren, des gewesenen aufhörten, so dass hier herunten, noch fern des fusses der epochenachse des zeitbrunnens nur mehr ihr gesang, ihrer lieder klang vor der zeit, als diese noch im sternensamen ruhte, herüber weht, und mit dem lied der elpen, ihre genesis dem glühenden, immer größer und mächtiger sich aufladenden augenrad die welt vor der zeit kund getan wird.

   Die lieder der elpen können heute noch hie und da als schwaches echo wie ein verwehtes gefühl von sehenden erdlingen geahnt werden, sofern legitimierte testamentverwalter der mächtigen altvorderen den schleier der bewertung vom rotglühenden, rotierenden augenrad nehmen, um diesem im rückflug, in der steigfahrt im schacht des zeitbrunnens das wundersame wirken und vergehen der elpengeschlechter und vieler anderer mächtiger und beauftragter mit umso mehr empfinden sehen und miterleben lassen, bis ganz oben, am ausgangspunkt der fahrt, im spiegel der brunnenlacke das gesehene und erlebte unauslöschlich in der erinnerung des ..... verankert ist, …“

 

Armin vom Silberwald, einer der uralten Meister des Waldes und Elfenmeister; einer der die Nacht, den Mond und die Dunkelheit liebt, aus der Dunkelheit kommt.

 

Schwazer Silberwald im zur Neige gehenden Silberwaldjahr des Schmetterlings

 

 

 


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