Kurze Einführung in die Baumflüsterei
Schwazer Silberwald 14:00 - 16:00 Uhr
mit Armin v Silberwald

Teilnehmer: begrenzte Teilnehmerzahl, 4-12 Personen

Treffpunkt: vor der Waldkapelle des Silberwaldes
Wir werden versuchen, vom Verstehen der Bäume etwas zu ahnen, ihre Geschichte, ihr Leiden oder von ihrem Glück und Wohlbefinden zu erfahren. Junge und alte Bäume kennen lernen, ihre Feinde aufspüren. Bäume hören, fühlen, riechen und ihr verborgenes Leben finden. Teilnehmer, die sich Mühe machen, bekommen eine Urkunde für die erste Stufe der Einführung.
Mitnehmen: Saubere Ohren und Nasen, einen wachen Blick, ein Gewand, das auch schmutzig werden kann und nicht nur ein offenes Herz, sondern auch einen offenen Verstand.

Inhaltsinfo

Die Baumflüsterei ist keine leichte Sache und oft genug benötigt es unzählige Versuche in die für die meisten unentdeckte Welt der Bäume bzw. in die des Waldes einzudringen. Das Wetter spielt eine Rolle, natürlich und vor allem auch die innere Ruhe und Offenheit des Lauschers und Suchenden.


In Bäumen Geister sehen, oder der allseits moderne Naturromantizismus, ist hier komplett fehl am Platz; auch die beliebte Waldpädagogik überlassen wir lieber der Forstwirtschaft und den Schulklassen.


Die kurze Einführung ist nur ein erstes Schnuppern, ein "etwas" Erfahren von einer meist unbekannten Welt. Was kann man schon in zwei Stunden darüber lernen? Gar nichts, aber eine Ahnung davon gewinnen schon. Spüren von dem, was es so jenseits unser momentanen Wahrnehmung geben kann - und das ist schon viel.


Selbstverständlich stellt sich auch die Frage nach dem Nutzen. Nicht wenige Arten von "Flüstereieen" sind modern und manche Flüsterer verdienen sich damit ihr Geld. Inzwischen flüstert ja jeder mit jedem.
Bei der Baumflüsterei schaut eine Kosten-Nutzenrechnung ganz anders aus, wenn man davon überhaupt so reden kann. In jedem Fall gibt es einen emotionalen und einen enorm erfahrungsmäßigen Gewinn, der in irgend einer Form von Währung gar nicht zu beziffern ist.


Die Bäume und natürlich der ganze Wald spricht zu und mit uns. Zuallererst spreche ich von der Poesie und Grammatik der Natur. Mit seiner Poesie erzählt uns der Baum etwas und in der Grammatik ihrer und seiner Poesie versucht er mit Botschaften in uns so etwas wie eine Ordnung des Verstehens zu vermitteln. Natürlich müssen wir dazu selber viel beitragen.

Irgendwann vielleicht kann der eine oder der andere Botschaften lesen, dann hoffentlich auch verstehen oder zumindest etwas von ihnen ahnen.


Alles was lebt kommuniziert, leider meist in Sprachen, die wir längst verloren haben, oder, wie in den meisten Fällen, um die sich noch nie jemand so richtig bemüht hat. Das macht die ganze Sache enorm schwierig. Rein verstandesmäßig kommt da niemand heran, obwohl der Verstand im gegenständigen Lernen immer eine wichtige Instanz darstellen muss, damit sich niemand in Phantastereien, in Verklärungen verliert. Es benötigt sogar, wie man so sagt, zur Unterstützung einen scharfen Verstand. Im wahrsten Sinne benötigt es die Fähigkeit zur Kritik, zum Hinterfragen und nicht einfach nur "Ungekautes" im guten Glauben oder weil es allzu bequem einfach so zu übernehmen. Arbeiten ist immer mühsam - Erarbeiten noch mehr, vor allem mit dem Herz und dem Verstand. Mit Faulheit, Bequemlichkeit, geduldiges Hinnehmen, auf irgendwelche Mächte und Vorsehungen verlassen, damit kommt man bei den Bäumen nicht weit.


Einerseits kann durch ein ständiges Bemühen und mit immer wiederkehrenden Versuchen über ein Hineingehen in die Welt der Bäume eine Gefühlssensibilität aufgebaut, andererseits über eine immer vielfältigeren Anreicherung an Gefühlsdifferenziertheit und einen wachsenden Schatz an Gefühlskraft und -volumen die Fähigkeit der Kommunikation erarbeitet und vertieft werden.


Hier öffnet sich einer von mehreren Wegen, hier ist in uns ein bereits bestehendes großes Potential diese Schatzes. Der muss methodisch, sicher sehr mühsam, gehoben werden. Aber auch auch das ist nur ein Anfang. Mit dem Suchen einhergehend, gelingt es immer wieder komplett neues zu gewinnen, aber meist ist es ein mühsames erarbeiten.


Ihr seht schon, was es mit all dem auf sich hat. Vielleicht wagt auch Ihr den ersten Schritt, dann ist sowieso ein jeder von der Welt der Bäume infiziert und kann von ihnen nicht mehr lassen.

Armin v Silberwald

 

| Veranstaltungskalender |