Bogenbauworkshop

Ablauf eines Grundkurses


Dauer: 2 Tage von jeweils 9.00 bis ca. 17.00 (andere Zeiteinheiten auf Anfrage)

Lernziel: Im Kurs wird den TeilnehmerInnen an 2 Tagen vermittelt, wie aus einem Baumstamm ein schussfertiger Bogen entsteht. Dabei wird Schritt für Schritt erklärt welches Holz sich eignet, wie die einzelnen Hölzer zu bearbeiten sind, und welche Form den jeweils besten Bogen ergibt. Ziel des Kurses ist die Fertigung eines individuell geformten Bogens nach mittelalterlichen-, steinzeitlichen- oder indianischen Vorbildern, und die Vermittlung umfangreichen Wissens  rund um das Thema Bogenbau. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf  5 Personen beschränkt, da der Bogenbau handwerklich und holztechnisch  anspruchsvoll ist, und so auf die TeilnehmerInnen und die vielen Fragen die auftauchen werden, sehr persönlich eingegangen werden  kann. Vorkenntnisse, auch im Umgang mit Ziehmesser und Raspeln, sind nicht nötig. Am Ende des Kurses gibt es noch Gelegenheit die richtige Schußtechnik zu erlernen und dabei die Bögen einzuschießen. Somit richtet sich der Kurs auch an jene, die den Weg vom Baum bis zum ersten Treffer miterleben wollen.

Kursablauf: 1.
Tag Beginn 9.00 ::: Erkennen eines Bogens im Baum; Richtiges fällen, spalten und lagern von Bogenholz; Vorstellung verschiedener Hölzer und deren Eigenschaften; Einer schießt, einer nicht, der andere bricht! Warum ist das so? Erklärung unterschiedlicher Bogenformen, und ihrer speziellen Eigenheiten; Persönliche Auswahl eines Rohlings; Praktische Herstellung des groben Bogens aus dem Rohling; Ende ca. 17.00

2.
Tag Beginn 9.00 :: Tillern des Bogens
( Der Tiller, eine Art Feinschliff, ist der schwierigste und zugleich wichtigste Teil beim Bogenbau. Der Tiller ist verantwortlich dafür wie stark, zielgenau und bruchfest der fertige Bogen letztendlich ist.); Bau einer Sehne; Bau eines Pfeils im mittelalterlichen Stil; Einführung in das instinktive Bogenschießen; Einschießen; Ende des Kurses ca. 17.00

Kosten: € 150.-für den Kurs (+ Materialkosten* ca. € 30.- – € 90.-)
Kontakt: Bernd Pirker -
Pennerfeld 15 A-6130 Schwaz
tel ++43(0)5242/73106 -
mobil: ++43(0)681/10713483
berndpirker@inode.at    www.berndpirker.jimdo.com

*Die endgültigen Materialkosten hängen lediglich von der Holzwahl ab. Esche kostet ca. € 30.-, Eibe ca. € 90.- incl. professionellem Material für eine Sehe und einen Pfeil.

„Der Bogen als Kunstwerk und die Kunst des Bogenbaus“
M
it Nature art artist Bernd Pirker – Schwaz ::: Termine im Veranstaltungskalender

Einen Bogenbauworkshop im Silberwald anzubieten schließt für mich einen Kreis. Einerseits ist der Silberwald ein Ort der Natur, andererseits der Kunst, verwoben mit der Idee, alten und neuen Mythen Form zu geben, bzw. sie in der Natur entdecken zu lernen. Im Bogen vereinen sich die beiden Elemente.

Als Jahrtausende alter Kulturbegleiter der Menschheit hat bis heute die Natur die Form jedes einzelnen Holzbogens bestimmt. In jedem geeigneten Holz wohnt quasi ein einzigartiger Bogen, der von kunstfertigen Menschen herausgearbeitet werden kann. In dieser Symbiose entstehen Unikate die man nicht umsonst Charakterbögen nennt.
Die meisten heute käuflich erwerbbaren Holzbögen sind aus verleimten und mit Glas belegten importierten Hölzern gefertigt. Der Silberwald und Pflanzgarten bieten jedoch eine Vielfalt an heimischen Hölzern, die seit jeher als Bogenholz verwendet wurden. Esche, Robinie, Wildkirsche, Vogelbeere, Holunder, Walnuss, Kiefer, Ahorn, Weißbuche und natürlich das sagenumwobene Eibenholz. Mit dem Hain der Tausendjährigen ist dieses Holz wieder zurückgekehrt, nachdem es vor mehr als 500 Jahren im Alpenraum fast zur Gänze gerodet war… nicht zuletzt wegen des hohen Bedarfs an gutem Bogenholz.

Das Ziel Menschen an einem Ort wo all diese Hölzer auch wachsen, das Wissen weiter zu geben welcher Baum geeignet ist ein Bogen zu werden, wie man das Holz spaltet, bearbeitet, und was letztlich getan werden muss, um den Unterschied zwischen Brennholz und einem einzigartigen, handwerklichen Kunstwerk zu erreichen, könnte wohl kaum anderswo besser erreicht werden als im Silberwald, wo die Symbiose aus Kunst, Natur  und Mystik so lebendig ist. Mit Einverständnis der Forstverwaltung, z.B. eine Robinie, die vielfach zu einem Problem in heimischen Wäldern wird, fällen zu dürfen bestünde die Möglichkeit in dieser Atmosphäre jeden Schritt meines Konzeptes „ Vom Baum zum Bogen“ auch praktisch umzusetzen. Für den Silberwald bringt ein Bogenbauworkshop sicher einen neuen Zugang zur Natur, da sich die Betrachtungsweise von Bäumen verändert.
Man lernt die Art wie Bäume wachsen zu verstehen. Man versucht in ihr Inneres zu sehen, bezieht ihre Umgebung mit ein, und versucht ihr Wesen zu verstehen. Wenn man mit einfachen Werkzeugen (fast ausschließlich dem  Ziehmesser), auf einer mittelalterlichen Schnitzbank versucht, einem Holzstück eine komplexe Form zu geben, merkt man auch sehr schnell, dass man nicht gegen die Natur arbeiten kann, sondern nur mit ihr.

Die Teilnehmenden haben nicht nur die Möglichkeit an einem künstlerischen Schaffensprozess im Silberwald lernend mitzuwirken, sondern tragen das Ergebnis nach Hause, und damit die Idee des Silberwaldes. 

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