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Text 1: Sehnsucht der Moderne, der Schwazer Silberwald - Jänner 2004 Wer zum erstenmal vom Tal hinauf den dunklen Forstweg zu Loorien alpha - den Schwazer Silberwald geht und dann aus dem Dunklen kommend bei der Simon Juda Kapelle wie durch ein Tor unerwartet in eine lichtüberflutete, so scheinbar ganz andere Welt eintritt, dem kommt eine Ahnung auf, dass hier etwas Besonderes vor sich geht. Und in der Tat entsteht hier eine Welt wie aus altvorderen Zeiten und doch so modern, wie sie gar nicht aktueller den Bedürfnissen vieler Menschen entsprechen könnte. Viele sind gefüllt mit einer stillen, oft tiefen Sehnsucht nach einer Natur, wie es sie eigentlich so rein nie gab, denn Naturerleben und -erfahren im hochkultiviertem Raum Europa geht meist ein seit Jahrhunderten intensives Naturgestalten voraus. Deswegen schaffen oben im Silberwald Menschen von einem inneren Romantizismus geleitet eine Natur aus zweiter Hand. Nach den Betreibern soll der Silberwald getragen vom einem Geist der Intellektualität und der Seele die Gemüter der Besucher bewegen, um ihnen auf diese Art eine Brücke zum Erleben und Erfahren von Natur anzubieten. Am östlichen Ende des Gemeindegebiets der Stadt Schwaz, am Fuße des Eiblschrofen entsteht ein Landschaftsprojekt, wie es sich kein zweites finden lässt. Nach den Felsstürzen vom Eiblschrofen wurden 1999 zwei mächtige Schutzdämme errichtet. Am Fuße eines der Dämme, auf zwei Hektar ehemaligen Silberbergbaugelände pflanzen Baumbegeisterte heimische und exotische tausendjährige Baumarten, wie Mammutbäume, Ginkgos, chilenische Araukarien, Eiben, Eichen, Linden und viele andere. Sensible Menschen sagten sich, lasst uns den seit Jahrhunderten vom Bergbau vergewaltigten Boden heilen, indem wir einen Hain der Tausendjährigen pflanzen und ihn mit Gedanken und Kunst füllen. So wollen wir Gutes, Lebendiges und Bleibendes in das geschundene Land tragen. Im Zentrum des Hains der Tausendjährigen findet sich eine Steinarena umgeben von einer Menhirrunde und einen im Herbst goldenfarbenen Ring aus Ginkgos. Ein weiter Bogen aus dreißig Eiben und eine Baumgruppel aus zehn Araukarien sowie eine Mammutbaum-Allee beschreiben dendrologisch die Geschichte des Ortes Schwaz. Attraktionspunkte bilden die Druideneiche, die Knappenlinde und der Millennium-Weltenbaum, vereint zum magischen Dreieck. Alleine der Millennium-Weltenbaum, eine als Großbonsei gezogene Olivenbaumtrinität zieht Menschen aus vielen Ländern an. Ein Baum kommt aus Santiago de Compostela, einer aus Rom und einer aus Jerusalem. Um den Begriff Weltenbaum gerecht zu sein, wächst mittlerweile die Baumtrinität es den Erden von 98 Ländern. Einige Tausendjährige sind Stammbäume von Familien, deren Nachkommen einmal sagen werden: „Wir haben unseren Stammbaum mitten in Europa, mitten in den Alpen, in einen wunderbaren Hain am Rande der Silberstadt Schwaz.“ Aber was wäre ein Hain der Tausendjährigen ohne wirkliche Zeitlosigkeit? So stehen am Druidenhügel vier große 7 Tonnen schwere Granitfindlinge, die Vier Steine der Weisheit. Sie sind eine ethische Naturinstallation der Arte Silberwald zur Förderung eines kritischen Bewusstseins der Jugend der Region Schwaz. Gegenüber dieser Naturinstallation, die Zeitlosigkeit kontrastierend, wächst Oeconomia, das Trumbaumhaus der Tiroler Wirtschaft, bestehend aus 17 bis zu 25 Meter hoch werdende Rotbuchen heran. In ihnen wird in luftiger Höhe ein Turmhaus hinein gebaut, in denen Dialoge der Wirtschaft stattfinden sollen. Seit der Griechischen Antike werden Haine nicht nur angelegt, sondern auch mit Geist gefüllt. So durchzieht den Hain der Tausendjährigen ein Geist der Intellektualität und der Seele, alle zwei Jahre wechselnd, einmal die Schwazer Silberwalddialoge und darauf folgend die Arte Silberwald. Die Silberwalddialoge sind philosophisch, theologisch, politologische Gespräche mit dem diesjährigen Thema „Das Böse (in der Politik)“. Die Arte Silberwald als eigenständige Naturkunstrichtung, entwickelte sich aus der Amerikanischen Erd-Art und der Deutschen Natur-Art und ist im Schwazer Silberwald allseits präsent. Die mystische Ausstrahlung dieses Ortes der Kraft, seinen Bäumen, Steinen und den ihn durchziehenden Geist von Intellektualität und Seele stellen ein Angebot für Naturentfremdete, wie auch den Naturerfahrenen dar, um sie an den Wundern der Natur wieder teilhaben zu lassen. Barrabas-Yuha-Eley . |