|
Tannenberg jetziges Enzenberg Palais in
der Franz-Josef-Straße
.
Das Palais hat eine lange
Geschichte. Es war von der Gewerkenfamilie Tänzl um 1500/1515 erbaut
worden und dann nacheinander im Besitz jener Gewerken gewesen, die ihre
Vorgänger durch bankrot beerbt hatten. So 1552 der Manlich von Augsburg,
der Katzbeck, Hieronymus Staubers (1622), die Fugger (1633) und
schließlich um 1685 an den im gleichen Jahr geadelten Eisengewerken Georg
Tannauer von Tannenberg gekommen. Sein Sohn Josef Tannenberg, seit 1662
Freiherr, erbaute die beiden großen tänzlischen Behausungen um 1700 bis
1704 neu, allerdings unter Verwendung alter Mauern.
Die Bedeutung der Tannenberg als Gewerken im Jenbacher Eisenhandel und im
Prettauer Kupferbergbau (bei Bruneck im Ahrntal), Inhaber des Gerichtes
Rottenburg (Rotholz bei Jenbach), erforderte ähnlich den alten
Adelsfamilien in Innsbruck den Besitz eines repräsentativen Paliais in
Schwaz.

(Statuen: Apoll und Diana.
Inggenuin Lechleitner, um 1719)
Das Haupthaus steht dem jetzigen Schulgebäude in der Franz-Jsef-Straße
gegenüber und hat seit dem Brand von 1809 eine einfache Fassade mit vier
Stockwerken, deren unterstes eine Rustikalquaderung aufweist. Die Fenster
der drei Obergeschoße, nach dem Brand von 1809 mit gemahlten Umrahmungen
im Stil des Klassizismus versehen, hatte ursprünglich sicher schwere
Stuckaturumrahmungen im Stile der gleichzeitigen Innsbrucker Adelspalais.
Das breite Rundbogenportal wird von zwei runden Marmorsäulen flankiert,
die einen Balkon mit eisernen Korbgittern tragen. Die Tür des
Obergeschoßes, die auf diesen Balkon führt, wir von Pilastern flankiert
und von einem Rundbogengiebel abgeschlossen. Zwei rechteckige Erker, über
zwei Stockwerke reichend, geben der Fassade eine weiter Gliederung. Die
Portalbalkone sind denen der Palais Taxis (1696) und Ferrari (1685/1690)
in Innsbruck eng verwandt. Es steht außer Zweifel, dass die Planung des
Palais Tannenberg vom Hofarchitekten Johann Martin Gumpp, dem Schöpfer der
Innsbrucker Palais, stammt und Jakob Schweingart nur die Ausführung hatte.
Auch das Treppenhaus mit den antikisierenden Statuen des Hofbildhauers
Ingenuin Lechleitner und der 1944 völlig zerstörten Festsaal sind typisch
für die Palastbauten Gumpps, der einen Hochbarock italienischer Schulung
(vor allem nach den Palazzi in Genua) vortrug, für den die Betonung der
waagrechten Gliederung kennzeichnend ist.
Auch der zur Zeit der Tänzl (um 1515/20) bestehende Bogen als
Verbindungsgang vom Palais zur Pfarrkirche wurde in der Barockzeit um- und
neu gebaut.
Klassische
Führung durch die Schwazer Innenstadt
www.silberregion-karwendel.at -
info@silberregion-karwendel.at
Tel. ++43(0)5242/63240

. |