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Franziskanerkloster in Schwaz
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Das Franziskanerkloster verdankt seine Entstehung dem Wunsch der Schwazer Bevölkerung nach besserer seelsorglicher Betreuung. Die Bevölkerungszahl hatte sich durch den reichen Bergwerkssegen um 1500 mit ca. 20.000 Einwohnern rasch vermehrt.
Schwaz wurde aber erst 1645 eine eigene Pfarre. 1505 erhielt man die Erlaubnis zum Bau des Klosters durch Maximilian und bereits am 23. Nov. dieses Jahres zogen die ersten Franziskaner in das Kloster ein. Der Ausbau des Klosters erfolgte bis 1509, Kirche und Kreuzgang wurden 1515 voll4endet.

     

Die Kirche gehört zu den größten und schönsten gotischen Gotteshäusern Tirols (49 m lang, 20 m breit), erbaut im Stil der "Bettelordenskirchen": Langer schmaler Chorraum, breites dreischiffiges Langhaus, an Stelle des Turmes 2 kleine Glockentürmchen, sogenannte Dachreiter. Bis zur Barockisierung der Kirche 1735 trennte ein Lettner den Chor vom Langhaus. Damals wurde der Lettner abgebrochen, die gotischen Rippen entfernt und das Gewölbe mit feinen Stukkaturen geschmückt. Bei der Restaurierung des Chores im Jahre 1965 wurde der klassizistische Hochaltar entfernt und der heutige Ausbau des Volksaltars unter dem Chorbogen geschaffen.
Die farbenprächtigen Chorfenster sind ein Werk des Schwazer Künstlers Prof. Fred Hochschwarzer. In der Mitte des rechten Seitenschiffes befindet sch der Kreuzaltar mit dem ausdrucksvollen Steinkruzifix des berühmten Loy Hering (1530).

     

Das Kloster wurde in den folgenden Jahrhunderte öfters erweitert, doch hat es im wesentlichen seinen einheitlichen gotischen Charakter erhalten. Die alte Bibliothek zählt mit ca. 60.000 Bänden zu den größten Klosterbibliotheken Tirols. Eine Besonderheit ist das Uhrwerk des Klosters. Es ist dies ein Meisterwerk des Franziskanerbruders Johann Kapistran Silbernagel, aus den Jahren 1751 bis 1753. Das Urwerk ist ca. 6 Zentner schwer und alle Teile sind mit Hand geschmiedet.

     

Die Fresken des Kreuzganges sind das umfangreichste Denkmal kirchlicher Wandmalereien in Tirol. Sie sind in echter Freskotechnik gemalt. Mit eingebaut in den ältesten Teil des Klosters ist die sogenannte Bonaventurakapelle, an der Ostseite des Kreuzganges. Diese Kapelle diente den Patres bis zur Vollendung der Klosterkirche als Gotteshaus. Es sind zwei Kapellen übereinander, die aber ein gemeinsames Presbyterium haben. Die untere Kapelle war die "Leutekirche", während die obere Kapelle den Brüdern bis 1515 zur Verrichtung des Chorgebetes diente.

Das Franziskanerkloster in Schwaz ist eines der wichtigsten Klöster in Tirol, die im Laufe ihres Bestehens  nie aufgehoben wurden. Daher haben sich viele kleinere Kunstwerke erhalten, die in anderen Klöstern verloren gingen.

Klassische Führung durch die Schwazer Innenstadt 
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