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Das Handelshaus - jetziges Rathaus der Stadt Schwaz
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In der Franz-Josef-Straße dominiert das Rathaus (im Volksmund Fuggerhaus), das mächtigste erhaltene Gebäude aus der Bergwerkszeit. Es wurde um 1500 von den führenden Gewerken Hans und Jörg Stöckl errichtet, die Hauskapelle am 1. Okt. 1509 geweiht. Die Stöckl verkauften das Haus nach ihrem Bankrott 1563 um 11.000 Gulden an Kaiser Ferdinand I., der des es zum Sitz des österreichischen Bergwerkshandels und der staatlichen Bergbauverwaltung von Tirol bestimmte, weshalb es später Handelshaus genant wurde. Hier residierten die mächtigen des Berg- und Schmelzwerkhandels und später bis 1806 die Bergdirektoren. Hier starb auch 1632 Erzherzog Leopold V.

Das Handelshaus, das seit 1970 als Rathaus dient und von der Stadtgemeinde wieder in vorbildlicher Weise restauriert wurde, hat einen trapezförmigen Grundriss und ist an drei Seiten von Straßen umgeben. In der Nordseite zieht sich ein achteckiger Erker über drei Geschoße hinauf. An der dem Marktplatz zugewandten Nordwestecke ist ein viereckiger, turmartiger Erker angebaut, der dem Haus den ach außen bestimmenden Akzent eines adeligen Ansitzes verleiht. Die Ecken des Hauses sind mit Quadern betont. Die kurze Westseite enthält im Erdgeschoß gotische Auslagenfenster und darüber einen dreikantigen Erker. Die Ostseite enthält im zweiten Geschoß einen rechteckigen Erker, der der Altarraum der einstigen Kapelle war, die als gewölbte Halle noch erhalten ist. Die Südseite ist schmal und umschließt den großen nach Westen offenen Hof. Seine Freskendekoration wurde an der Nordseite erst im 18. Jh. angebracht, das Dach, einst mit Kupfer gedeckt, war schon immer ein Knüppelwalmdach.
Die Hofseite bietet denn größten künstlerischen Reiz: Der Ostflügel hat im Erdgeschoß eine auf drei Säulen ruhende Halle, die in die gewölbten, von Mittelsäulen getragenen Lagerhallen führt. Darüber enthalten alle drei Geschoße spitzbogige Arkaden mit einem Gewande aus rotem Marmor. Der Nordflügel hat im ersten Geschoß einen Arkadengang mit Säulen und Rundbögen. Im zweiten Obergeschoß befand sich die 1509 geweihte Kapelle.
Das Rathaus, im Volksmund auch Fuggerhaus genannt, ist der bedeutendste erhaltene Gewerkenansitz, der zugleich Wohnpalais und Geschäftshaus war und in seiner einstigen Ausstattung mit den Schlössern des Adels in Wettbewerb treten konnte. Die großen Gewerkenfamilien, wie die Tänzl und Stöckl, wurde nach 1500 in den Adelsstand erhoben und konnten sich diesen Prunk leisten.

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