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Ein KunstKulturProjekt
der Denkwerkstatt
Glockenturm

Steckbrief Zeitmonumente
DER ÖLBAUM
"Der Baum des Friedens"

db.zeitmonumente

Index
<<  Botanischer Name
<<  Verbreitung
<<  Baumfamilie - Taxonomie/Nomenklatur
<<  Baumbeschreibung
<<  Älteste und größte lebende Exemplare
<<  Mystische und mythische Assoziationen
<<  Baumgeschichte
<<  Historisch-geographische Verbreitung
<<
  Anführungen in alter Literatur
<<  Historisch-wirtschaftliche Nutzung
<<  Zeitlosigkeit des Ölbaums
<<  Baumfrucht
<<  Verhältnis Baum - Mensch
<<  Fruchternte
<<  Biotop - Habitat
<<  Klima
<<  Boden
<<  Standort
<<  Vermehrung und Pflanzung
<<  Krankheiten
<<  Literaturbezug

BOTANISCHER NAME
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Domestizierter Olivenbaum Oela europaea L - (Oela europaea ssp: europaea)
die Wildform dieses Baumes Olea europaea ssp. silvestris
wilder Olivenbaum Oela oleaster

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VERBREITUNG 

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   Alle an das Mittelmeer angrenzende Länder; wird auch in anderen warm-gemäßigten und subtropischen Regionen angebaut.

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(Foto: Herwig Angerer Schwaz Austria "Olivenhain auf Kreta")

BAUMFAMILIE - TAXONOMIE/NOMENKLATUR
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Unterklasse Asteridae

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Überordnung Lamianae

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Ordnung Ölbaumartige, Oleales

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Familie Ölbaumgewächse, Oleaceae

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Unterfamilie Oleoideae

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   Der Olivenbaum gehört - ebenso wie Esche, Liguster, Flieder und Jasmin - zur Familie der Ölbaumgewächse. Die wichtigsten Arten sind Olea europaea. Dieser Name, den er von dem schwedischen Wissenschaftler Carl von Linné bekam, weist auf seine jüngere Herkunft in.
Sein wildwachsender Verwandter, die Olea europaea silvestris (Wilder Ölbaum), ist ein dorniger Zwergbaum, der nur wenige Oliven mit geringem Ölgehalt trägt. Olea leitet sich von oleum ab, dem lateinische Wort für Öl.
   Die größte wirtschaftliche Bedeutung unter den Ölbaumgewächsen hat zweifellos die Gattung Olea, zu der man etwa 20 altweltliche Arten rechnet, die im Mittelmeergebiet, in Nord- und Südafrika sowie in Asien vorkommen. Es sind Bäume oder Sträucher mit ungeteilten Blättern und achsel- oder endständigen, rispigen Blütenständen. Ihre zwittrigen, aber auch zweihäusigen und polygamen Blüten haben einen kurzen Kelch sowie eine kurzährige Krone, wobei die 2 Staubblätter in die Kronröhre eingefügt sind. Jedes Fach des zweifächerigen Fruchtknotens weist 2 Samenanlagen auf. Die sich daraus entwickelnde Steinfrucht ist eiförmig, länglich oder kugelig mit einer entweder dicken, knochigen oder aber zarteren und krustigen Umkleidung der Fruchtfächer.
   Zu den ältesten aller Kulturpflanzen gehört der Ölbaum, Olea europaea, der wahrscheinlich aus Kleinasien stammt. Als Wildform wird ein dorniger, sparrig wachsender Strauch mit kantigen Zweigen angesehen (ssp. sylvestris), jedoch dürfte es sich dabei wohl eher um eine verwilderte Kulturform handeln.
   Die Ölbäume können sehr groß und alt werden, tausendjährige Bäume sind nicht selten. Alte Bäume haben dicke, knorrige, oft in mehrere Teile zerfallende Stämme. Die volle Ertragsfähigkeit erreicht ein Ölbaum im Alter von 10 bis 20 Jahren, sie kann über mehrere hundert Jahre andauern. Die immergrünen Bäume tragen kleine, längliche, Iederartige Blätter, wie sie kennzeichnend für sehr trockenresistente Bäume sind, und aus den Blattachseln der vorjährigen Triebe entwickeln sich kleine, traubenartige Blütenstände mit weißen oder gelblichen Blüten. Die Frucht, Olive genannt, ist eine charakteristische Steinfrucht, die aus dem harten Kern (Einzelsame mit Endokarp) besteht, der vom ölhaltigen Mesokarp umgeben ist, das seinerseits von einer Außenhaut (Exokarp) umschlossen wird. Die Früchte variieren in der Form, Farbe und Größe; im Durchschnitt sind sie so groß wie eine kleine Pflaume. Neben grünlichen, weißen, rötlichen und violetten gibt es auch schwarze Früchte.

BAUMBESCHREIBUNG
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   Dieser Baum ist schon zu erkennen an seiner auffälligen Silhouette. Sein Stamm wirkt trocken, ist meist knorrig und an seinem Fuß zeigt sich ein starkes Wurzelwerk. Die buschige Krone besteht aus grünen Blättern mit silbriger Unterseite, die diesem Baum, je nach Wind, sein wechselhaftes aussehen verleiht. Mit seinen zahllosen hauchzarten Wurzelkanälen, die sich von den minimalen Wasservorräten tief in der Erde nähren, ist der Olivenbaum von unglaublicher Zähigkeit.
Der Olivenbaum besteht aus einem Hauptstamm, den unteren und oberen Ästen. Die Blätter erneuern sich regelmäßig etwa alle drei Jahre. Bei einem jungen Baum ist der Stamm glatt und grau, und mit zunehmenden Alter wird er dunkler, rissig und knorrig.
Das Wachstum des Olivenbaums erfolgt folgendermaßen. In den ersten sieben Jahren entwickelt er sich, ohne Früchte zu tragen, vom siebten bis zum fünfunddreißigsten Lebensjahr wächst er, und seine Ernte ist gleichbleibend. Der Stamm erreicht in dieser Zeit einen Umfang von ca. 50 cm. Im Alter von 35 Jahren hat er sich voll entwickelt und trägt nun für die nächsten gut 100 Jahre regelmäßig Früchte. Mit etwa 150 Jahren beginnt er zu altern, der ertrag lässt nach, die unteren Äste sterben ab, und oft spaltet sich der Stamm.

ÄLTESTE UND GRÖSSTE LEBENDE EXEMPLARE
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Einige Bäume im Garten Gethsemana und an der Französischen Riviera sollen ca. 2000 Jahre alt sein.
In der Gegend von Marseille gibt es drei weitere berühmte Olivenbäume, den von Ceyreste, dessen Stamm einen solchen Umfang erreicht hat, dass zwanzig Personen darin Platz finden könnten, und der 1000 Jahre alt sein soll. Der zweite ist der älteste des Pas, und der dritte ragt 16,5 m in den Himmel.

MYSTISCHE UND MYTHISCHE ASSOZIATIONEN
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@ Ägypten

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   Von den ältesten und am meisten geschätzten Bäumen der Welt ist vielleicht keiner so eng mit der Geschichte der Menschheit und der Entwicklung der abendländischen Kultur verbunden wie der Ölbaum. Der von den Griechen, Römern, Ägyptern und den frühen semitischen Völkern der biblischen Lande als heilig verehrte Baum spielt seit tausend Jahren eine zentrale Rolle in der Religion, Kultur, Wirtschaft und Küche von Millionen von Menschen in der Mittelmeerregion und schon viel früher darüber hinaus..
   Als Lieferant von Holz und wertvollem Öl geschätzt, hat er die außergewöhnliche Fähigkeit, sich auch nach schweren Beschädigungen oder im Stadium des Verfalls durch die Produktion neuer Triebe und Wurzeln zu verjüngen. Das hat sicher dazu beigetragen, dass ihn die Menschen in alter Zeit als heilig verehrten und seine Bedeutung in Mythen und Legenden verewigten.
   Um den Olivenbaum, Urvater unter den Bäumen, ranken sich zahlreiche Mythen. Auf vielen Bildern aus dem alten Ägypten sind Ölbaumblätter zu sehen. So etwa als Symbol der 'Krone der Gerechtigkeit' auf dem Kopf  von Tutanchamun. Der Göttin Isis stand es zu, den Anbau von Oliven und die wohltuende Wirkung des Öls zu lehren. Ramses III. (1198-1168 vCr.) brachte dem Gott Ra eine Olivenpflanzung als Geschenk dar:

"Ich habe Oliven in deiner Stadt Heliopolis mit ihren Gärten und den vielen Bewohnern gepflanzt, aus diesen Pflanzen gewinnt man Öl, ein sehr eines Öl, damit die Lampen in dem geweihten Heiligtum nichterlöschen."


@ Griechen

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   Wurde von früheren Völkern des Nahen Ostens sowie von den Ägyptern, Griechen und Römern als heilig verehrt. Die Griechen hielten den Ölbaum für ein Geschenk der Göttin Athene, für die Römer stand er in Verbindung mit der Göttin Minerva.
   Für die alten Griechen war der Ölbaum ein Geschenk von Athene. Die schönsten Sagen um den Olivenbaum stammen daher von den Griechen, wie eben die zur Gründung der Stadt Athen: Die Göttin Athene und Gott Poseidon stritten sich um Attika. Athene aber gelang es, den ersten wilden Olivenbaum zu veredeln, indem die Göttin der Weisheit und Tochter des Zeus ihren Speer gegen den Felsen der Akropolis schleuderte und so den ersten Ölbaum entstehen ließ. Die Götter sprachen Ihr den Sieg zu. Jedes Jahr gab es zu Ehren von Athene einen Feuertag, an dem Ölbaumzweige auf die Akropolis getragen wurde.
   Bei den in Olympia durchgeführten Sportwettkämpfen, den olympischen Spielen, wurden mit geweihtem Olivenöl gefüllte Krüge als Preise vergeben, und die Sieger erhielten Kränze aus Ölbaumzweigen. So berichtete die Legende über Herakles, den Helden der griechischen Mythologie und Begründer der Olympischen Spiele, er habe seinen Stab in den Boden gestoßen und dieser habe sich in einen wundervollen Olivenbaum verwandelt. Aus dessen Zweige habe Herakles Kronen zu Ehren der Sieger geflochten.
   In ganz Griechenland wurde dem Olivenbaum heiliger Respekt entgegengebracht, und er stand unter dem Schutz des Areopag. So durfte kein Besitzer mehr als zwei Bäume fällen, und das Holz durfte nur zu edlen Zwecken verwendet werden. wer gegen diese Vorschrift verstieß, wurde mit einer hohen Geldstrafe, mit Exil oder Beschlagnahmung seiner Güter bestraft. Die Tempel wurden mit diesem Holz verziert, und es wurde auf den Altären der Gottheiten verbrannt.

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@ Römer

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Die Römer weihten den Ölbaum Minerva, der Göttin der Gesundheit und der Weisheit. Sie soll es auch gewesen sein, die ihren Wissen über die Kunst des Olivenbaums vermittelte.
In der ägyptischen Mythologie kannte allein Isis, die Gattin des Osiris, das Geheimnis, wie man Olivenbäume und Oliven anbaute und verwendete.

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@ Hebräer

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   Der Ölbaum ist auch ein Symbol der Wiedergeburt. Trug nicht Noahs taube einen Ölzweig im Schnabel? Nach der vierzig Tage und Nächte andauernden Sintflut tauchte der Ölbaum als erster frisch und unversehrt aus den Fluten auf. In der Genesis und der Bibel ist der Olivenbaum ein ständig wiederkehrendes Symbol: ehe Adam starb, vergab ihm Gott durch die Gestalt seines Sohnes Seth. Dieser schob drei Samenkörner vom Baum des Guten und vom Baum des Bösen in den Mund des Vaters, und nachdem Adam begraben war, wuchsen daraus drei Bäume, ein Ölbaum, eine Zeder und eine Zypresse.
   In der Geschichte des Exodus heißt es, dass Jahwe Moses befahl, ein 'heiliges Salböl' herzustellen. Er mischte Olivenöl, Myrrhe, Zimt, Zuckerrohr und schwarze Johannisbeeren. Mit diesem Öl solle Moses den Altar, die Bundeslade und seine Söhne salben. Später wurden auch die Könige Israels gesalbt, und das Öl verlieh ihnen die drei Gottesgaben Macht, Stärke und Weisheit.
   Auf dem Ölberg, im garten Gethsemane (was auf aramäisch Ölpresse bedeutet) verbrachte Jesus die Nacht mit seinen Schülern im Gebet, und man sagte, dass acht der Ölbäume, unter denen Jesus wandelte, noch heute dort stehen.
   Das Evangelium berichtet auch, dass der barmherzige Samariter einen Mann, der von Dieben überfallen wurde, heilte: "Er verband ihm seine Wunden und goss drein Öl und Wein."

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@ Islam

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   Im Islam wurde der Ölbaum der Baum des Segens, der das Licht Allahs in die Welt bringt.

BAUMGESCHICHTE
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   Die Taxonomen sind sich noch nicht einig über die Herkunft des kultivierten Ölbaums. Manche meinen, er stamme vom wilden Olivenbaum (O. oleaster) oder vom weiter verbreiteten O. chrysophylla ab. Andere sind der Auffassung, dass O. europaea selbst als Stammform aller Ölbäume sei. Fest steht jedenfalls, dass die Produktivität des Baumes durch die sorgfältige Pflege und die Experimente ganzer Generationen von Menschen der Frühzeit gefördert und erhöht wurde. So entdeckt man z.B., dass Ölbaumtriebe veredelt und wieder angepflanzt werden konnten. Auch sorgfältiger Schnitt und geeignete klimatische Bedingungen (heiße Sommer und für den Fruchtansatz notwendige niedere Temperaturen im Winter) trugen dazu bei, dass die Früchte des Ölbaums eine immer bessere Qualität erreichten.

HISTORISCH-GEOGRAPHISCHE VERBREITUNG
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@ Mittlere und Jüngere Periode der Altsteinzeit - teils mittl. und oberes Paläolithikum 40.- bis 10.000 vCr.

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Die Geschichte des Olivenbaums ist eng mit der des Mittelmeerraums verbunden.. die ersten uns heute bekannten Zeugnisse dieses Baumes gehen auf das Jahr 37.000 vCr. zurück. Es handelt sich dabei um versteinerte Blätter, die auf der ägäischen Insel Santorin gefunden wurden. Man hat auch am Rande der Sahara Pollenspuren aus dem Jahre 12.000 vCr. gefunden. Dieser Baum scheint also schon seit sehr langer Zeit zu existieren.

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@ Mittelsteinzeit - Mesolithikum ab ca. 10.000 je nach Kulturraum

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   Archäologische Funde weisen darauf hin, dass der Baum vor ca. 10.000 Jahren im östlichen Mittelmeer erstmals domestiziert worden ist. (Daten werden noch gesammelt.)

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@ Jungsteinzeit - Neolithikum  ca. 5000 - 3000 vCr.

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   Obwohl sein botanischer Name (Olea europaea) einen europäischen Ursprung vermuten lässt, lag das natürliche Verbreitungsgebiet des Ölbaums wohl in Westasien. - möglicherweise in Mesopotamien, Syrien oder Palästina. Aber weder Archäologen noch Forscher vermochten zu ergründen, wer als erster es wagte, die bittere Frucht des Ölbaums zu kosten, sie zu pressen und ihr Öl zu trinken.
Und so, wenn man auch nicht mit Sicherheit sagen kann, wo der Olivenanbau begann, wird doch allgemein die These vertreten, dass ab 3000 vCr. im Gebiet des 'fruchtbaren Halbmonds' (Irak, Syrien und Phönizien, Palästina) Olivenbäume angepflanzt wurden.
Es gilt zwar als gesichert, dass bereits Menschen in der Jungsteinzeit Ölvorräte in großen Tonkrügen lagerten, doch gibt es keine Hinweise darauf, wie sich der Olivenanbau in den ersten fünfundvierzig Jahrhunderten entwickelte. Später dann wurde die Schönheit des Ölbaums wird seit tausenden Jahren in Kunstwerken gepriesen. Abbildungen der Bäume oder Früchte finden sich auf minoischen Fresken, griechischen Tongefäßen, römischen Silbervasen und auf unzähligen Friesen und Reliefs der Antike.

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@ Minoische Kultur - bronzezeitliche Zivilisation auf Kreta 3000 - 1200 vCr.

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   Tatsächlich findet sich bereits 4500 Jahre vCr. eine Spur im Herzen des östlichen Mittelmeers auf Kreta. Die glanzvolle und mächtige kretische Kultur beherrschte dieses Gebiet bis zu ihrem Niedergang im Jahre 1450 vCr.. Der Zusammenbruch dieser Kultur ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf ein Erdbeben zurückzuführen, das auf Kreta im Anschluss an den Vulkanausbruch auf der Insel Santorin allmählich den Untergang einleitete. In den Ruinen der Paläste von Knossos und Phaistos hat man nicht nur Ölamphoren von zwei Meter Höhe gefunden, die sogenannten pitoi, sondern auch Tafeln auf denen eine erstaunlich genaue Buchführung eingeritzt war, die Auskunft über die Anbauorte, den Verbrauch der Städte und den Handel mit Nachbarländern, vor allem mit Syrien, Palästina und Ägypten gaben.
   Es war vor allem die Gewinnung wertvollen Öls, die den Ölbaum zu einer Kulturpflanze von so entscheidender Bedeutung für das Leben und die Wirtschaft in den Mittelmeerländern und im Nahen Osten werden ließ. Die Olive wurde zur Währung des Mittelmeerraumes und spielte eine zentrale Rolle in den Kulturen der großen Reiche Assyrien und Ägypter, sowie der Griechen, Perser und Römer. Einige der schönsten Artefakte, die diese Völker hinterlassen haben, darunter Fresken und Mosaiken, zeigen Szenen des Olivenbaums.

@ Ägypter
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   Etwa 1500 vCr., wahrscheinlich schon lange vor 2500 vCr. hatten die Ägypter, die den Ölbaum ebenfalls in Ehren hielten, ihn aus Syrien nach Ägypten gebracht, um ihn dort selbst anzubauen. die Olive war den Ägyptern so wichtig, dass einige der mumifizierten Pharaonen goldene Nachbildungen mit ins Grab in den Pyramiden gegeben wurden.
In den ägyptischen Pharaonengräbern hat man Wandmalereien aus der Zeit zwischen 1500 und 1400 vCr. gefunden, auf denen häufig kretische Kaufleute dargestellt sind. Dabei war in Ägypten der Olivenbaum bereits sehr verbreitet. In der Mastaba von Sakkara, die älteste heute bekannte Pyramide aus dem Jahr 2500 vCr., befinden sich Zeichnungen einer der, wie angenommen wird, ersten Olivenpressen.

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@ Phönizier

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   Mit den Niedergang der Minoischen Kultur entstand an der Küste des heutigen Libabon die phönizische Kultur,  eine semitischen Volk, dessen Kultur nach 1800 vCr. seine Blütezeit hatte und deren Einfluss über die Mittelmehrstaaten hinausreichte. Die phönizischen Seeleute waren die ersten, die sich auf See an den Sternen orientierten. Sie segelten im Norden bis nach Cornwall, im Süden bis Dakar und erreichten auch die heutige Küste Frankreichs, wo sie die Stadt Marseille gründeten. Als Reisende, Handwerker und Händler haben sie wesentlich zur Verbreitung und Entwicklung des Olivenanbaus beigetragen.
   Zweifellos war der Ölbaum und seine Frucht von enormer Bedeutung für die Phönizier. Sie waren hervorragende Seefahrer und richteten im gesamten östlichen Mittelmeerraum und darüber hinaus Handelsniederlassungen ein. Es wird angenommen, dass sie den Olivenbaum im  600 vCr. in die Provence brachten, indem sie Stecklinge aus Kleinasien auf wildwachsenden provencalischen Bäumen pfropften. Durch archäologische Ausgrabungen wurde festgestellt, dass zu dieser Zeit in Aix-en-Provence und an anderen Orten in Südfrankreich ausgedehnte Ölbaumplantagen bewirtschaftet wurden. Die Phönizier pflanzten auch in Nordafrika große Olivenhaine an, und später dann brachten die nordafrikanischen Mauren viele Bäume nach Spanien mit.

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@ Griechen

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   Zur Zeit der Phönizier erfuhr auch Griechenland einen beachtlichen Aufschwung und gründete an allen Mittelmeerküsten Handelsniederlassungen. Sie nahmen den Ölbaum mit, wohin sie auch gingen. Um 1850 vCr. begann der Anbau auch in Griechenland und griechische Anbautechnik und Fruchtverwertung weitete sich nach und nach von Osten nach Westen im gesamten Mittelmeer aus.
So brachten sie den Baum zwischen dem 10. und 8. Jhd.  vCr. nach Sizilien. Bis zum 6. Jhd. vCr. hatten sie den Großteil ihrer ursprünglichen Wälder gerodet, um Oliven anzubauen. Das Olivenöl wurde zu einem florierenden Exportartikel. Ihren Reichtum aus Öl- und Weinhandel nutzen die Griechen zum Bau der großen Stadt Syrakus auf Sizilien. Von dort aus gelang der Ölbaum auch auf das italienische Festland, nach Sartinien und später such nach Spanien.
Die Griechen brachten auch ihr Wissen und ihre Kultur an die Küste Frankreichs mit und vermittelten über Unteritalien hinaus den Völkern der Provence, Korsikas ihre bereits sehr ausgereifte Technik des Olivenanbaus, die nicht nur die Pflege des Bodens, sondern auch die Ernte und die Ölgewinnung umfasste.
 
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@ Römer

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   Einige Jahrhunderte nach der Herrschaft der Griechen beherrschte Rom den gesamten Mittelmeerraum. Wie bei allen vorangegangenen Kulturen misst man auch hier dem Olivenbaum große Bedeutung bei. Und schon 600 vCr. war die Olive auch für die Römer zu einer wichtigen Kultur geworden - so wichtig, dass sie eine gesonderte Börse und Handelsflotte für Olivenöl einrichteten. Die Römer wurden solche Experten, was die verschiedenen von ihnen angebauten Oliven betraf, dass sie in ausgelassener Stimmung bei Tisch mit verbundenen Augen bestimmen konnten, welcher Herkunft bestimmte Oliven und Ölsorten waren. Die Früchte wurden als Appetithäppchen und Zwischenmalzeiten verwendet und vielen Gerichten beigefügt.
   Die Kaiser dann förderten in allen Provinzen den Olivenanbau. Die Römer pflanzten auch in Nordafrika und in Frankreich große Olivenhaine an. So hat man in den Ruinen der antiken Stadt Volubilis in Marokko nicht weniger als fünfundfünfzig Olivenpflanzungen mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen gefunden.
Ein Teil der Ernte beanspruchte die römische Zentralregierung als Abgabe. Archäologen gelang es, die Herkunft der je nach Epoche unterschiedlichen Amphoren auszumachen, wodurch ein recht präzises Bild der Handelsentwicklungen entsteht. Zeitweise waren Tunesien und Spanien die wichtigsten Ausfuhrländer, dann wieder Tunesien alleine oder Italien etc.. Das wäre ein Beweis, dass die Länder, die unter den römischer Herrschaft standen, reich waren.

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@ Mittelalter

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   Nach dem Zerfall des Römischen Reiches gibt es nur wenige chroniken, anhand deren man die Entwicklung des Olivenbanbaus verfolgen könnte. doch der Ölbaum scheint fortan fest in der Mittelmeerlandschaft verwurzelt zu sein. Der Ölbaum sollte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor bleiben und das Olivenöl allmählich im Bereich der Gastronomie den Platz einnehmen, für das es heute steht. Im 10. Jhd. nCr. waren Olivenhaine an der gesamten Mittelmeerküste Südeuropa und Nordafrikas zu finden.

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@ Neuzeit

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   Messire Couture, der Priester von Miramas, gab in seiner Traité de l'olivier (Abhandlung über den Ölbaum, die 1786 in Aix erschien), die Provence - 'seine' Provence - als Heimat des Olivenbaums an: Er behauptete, die Griechen hätten den Franzosen lediglich beigebracht, ihn zu pflegen und seinen Ertrag zu steigern.
Im 16. Jhd. gelangte der Olivenbaum an Bord spanischer und portugiesischer Karavellen über den Atlantik und wurde in Peru, Chile, Argentinien und Mexiko heimisch.
In Sevilla existieren Schriften aus dem Jahr 1520, in denen es heißt, dass sich auf den Schiffen, die nach Amerika segelten, unter anderem sechs Behälter mit Olivenöl befanden. Andere Dokumente aus dem Jahr 1530 erwähnten, dass jedes Schiff, das nach Indien aufbrach, einige Oliven- und Weinsprösslinge an Bord nehmen mussten, um sie dort anzupflanzen.
Im 18. Jhd. gelangte die Pflanze schließlich nach Kalifornien, wo sich die Anbauflächen heute immer mehr ausdehnen. Doch trotzdem bleibt die Geschichte dieses Baumes, seiner Früchte und seines Öls eng mit dem Mittelmeerraum verbunden.

ANFÜHRUNGEN IN ALTER LITERATUR
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Bibel,  Psalm 128 als Symbol des Wohlstands, der Fülle und des göttlichen Segens dargestellt: "Selig, wer immer den Herrn fürchtet, ... Deine Söhne sind wie Olivenbaumsetzlinge rings um deinen Tisch." 

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Bibel, Genesis 8.11 als Sinnbild des Friedens: "Die Taube flog gegen Abend zu ihm zurück, und siehe, sie trug ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel ..."

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Bibel, Lukas 22,39: "Dann ging er hinaus und begab sich seiner Gewohnheit gemäß an den Ölberg." 

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Ramses III. (1198-1168 vCr.) brachte dem Gott Ra eine Olivenpflanzung als Geschenk dar:
"Ich habe Oliven in deiner Stadt Heliopolis mit ihren Gärten und den vielen Bewohnern gepflanzt, aus diesen Pflanzen gewinnt man Öl, ein sehr eines Öl, damit die Lampen in dem geweihten Heiligtum nicht erlöschen."

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Als Sophokles folgenden Satz 400 vCr. in 'Oidipus auf Kolonos' niederschrieb, blickte der Ölbaum bereits auf eine lange Tradition im Mittelmeerraum zurück, wo sich an den Ufern des Meeres die unterschiedlichsten Zivilisationen angesiedelt hatten: 
"Hier entsprang das Gewächs, dessen sich Asien nicht und nicht die gewaltige dorische Insel des
Pelops rühmt, ein Gewächs, nie alternd, sich selber entsprossen, bestaunt vom Feind, der Stolz dieser  heimischen Fluren, grauschimmerndes Laub des ewig zeugenden Ölbaums. Kein Junger, kein Alter wird sich je erdreisten, an die heiligen Bäume zu legen die Hand."

HISTORISCH-WIRTSCHAFTLICHE NUTZUNG
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      Die Hauptanbaugebiete des Ölbaumes befinden sich im Mittelmeerraum, wo seine Kultur oft der einzig mögliche Erwerbszweig der Bewohner in ariden Gebieten ist, da er auf trockenen, armen Böden gedeiht und mit jährlichen Niederschlagsmengen um 200 mm auskommen kann. In jedem Anbaugebiet sind zahlreiche, den örtlichen Gegebenheiten besonders gut angepasste Sorten entstanden. Die Sorten, deren Früchte sich besonders zur Konservierung eignen, stellen wesentlich höhere Ansprüche an Nährstoffe und Feuchtigkeit.
   Das Olivenöl ist ein wichtiger und wertvoller Bestandteil der menschlichen Ernährung in den Ländern, in denen der Ölbaum kultiviert wird. Ein beträchtlicher Teil des Öls wird exportiert, jedoch hemmt die starke Konkurrenz durch andere Pflanzenöle eine weitere Ausdehnung des Handels mit Olivenöl auf dem Weltmarkt. Günstiger dagegen sind die Marktaussichten für die konservierten Oliven.
    Die Olivenernte erstreckt sich über mehrere Monate (von November bis März). Je länger man die Früchte am Baum lässt, desto mehr Wasser verlieren sie und umso höher steigt der prozentuale Ölgehalt. Oliven, die man unreif grün konservieren will, werden mit der Hand gepflückt, wenn sie voll ausgewachsen sind, aber ihre Farbe noch nicht verändert haben. Die Konservierung der Früchte geschieht dann in einer Salzlösung, nachdem sie vorher mit Hilfe von Natronlauge entbittert wurden. Auch ausgereifte Oliven kann man in Salz konservieren, sie schrumpfen dann jedoch ein.
   Mehrere Arten liefern wertvolle Nutzhölzer, so in Südafrika Olea capensis, das Bastardeisenholz, und Olea laurifolia, das Schwarze Eisenholz, oder auf den Inseln Mauritius und Bourbon sowie in Äthiopien Olea europaea ssp. africana, der Goldblättrige Ölbaum.
   Schon ehr früh wurde Olivenöl in Ägypten verwendet, aber es schien nicht von besonderer Qualität zu sein, den das ägyptische Öl wurde nicht sonderlich geschätzt. Der griechische Philosoph Theophrastos, bezeichnete das Öl ohne Umschweife als 'stark riechend' und sprach von Bäumen, die sehr groß und gut entwickelt waren und viele Früchte trugen, jedoch ohne Sorgfalt geerntet wurden. Das lässt vernuten, dass das heimische Öl als Salbe, Körperbalsam, Lampenöl oder als heiliges Öl Verwendung fand, doch man weiß nichts über seinen Gebrauch in der Küche des alten Ägypten. Die erwähnte schlechte Qualität wäre dann ein Indiz für den intensiven Handel (2500 vCr.) mit den Kretern.
   Der Ölbaum war zweifellos einer der von den alten Hebräern am meisten geschätzten Bäume, was sich auch in zahlreichen Erwähnungen in der Bibel niedergeschlagen hat. So wird der Baum in Psalm 128 als Symbol des Wohlstands, der Fülle und des göttlichen Segens dargestellt: "Selig, wer immer den Herrn fürchtet, ... Deine Söhne sind wie Olivenbaumsetzlinge rings um deinen Tisch." Auch bei den Christen des Mittelalters gab es zahlreiche Mythen, in denen der Olivenbaum eine Rolle spielte.
   In alten Zeiten kam die Verwendung von Olivenöl bei religiösen und anderen Zeremonien eine große Bedeutung zu. In der heiligen Schrift und in der Literatur der Antike gilt das Olivenöl als Sinnbild der Güte und der Reinheit, und möglicherweise bildete dieses Öl die Grundlage für das kostbare Nardenöl, mit dem Jesus' Füße vor dem Letzten Abendmahl gesalbt wurden. In biblischen Zeiten symbolisierte das Olivenöl auch Herrschaft und spielte z.B. bei Krönungszeremonien eine wichtige Rolle. So wurde Saul, der erste König Israels, gekrönt, indem seine Stirn mit Olivenöl eingerieben wurde. Olivenöl wurde auch bei der Verbreitung von Opfergaben, bei Bestattungsriten, für Parfums und Kosmetika sowie als Heilmittel verwendet.
   Fachleute für die zur damaligen Zeit kultivierten Pflanzen haben darauf verwiesen, dass mit den häufig erwähnten "Gärten" in der Bibel oft Ölbaumhaine oder -gärten gemeint sind. Je reicher der Besitzer eines solchen Hains war, desto wahrscheinlicher war es, dass er neben den unverzichtbaren Ölbäumen auch andere Kulturen anlegte (z.B. Mandel-, Feigen- und Pistazienbäume). Ein nicht zu unterschätzender Nutzen dieser Gärten gestand und besteht noch heute darin, dass sie von der intensiven Sonnenstrahlung schützen und tagsüber einen schattigen Platz zum Ausruhen abgaben. In allererster Linie aber wurden sie natürlich wegen der wertvollen Oliven für Küche und Ölgewinnung angelegt.
   Der berühmteste biblische Garten dieser Art ist der im Neuen Testament erwähnte Garten Gethsemane. Er lag am Fuße des Ölbergs, wo Ölpressen in Betrieb waren. Inder Bibel heißt es, dass Jesus, bevor er verraten und gekreuzigt wurde, mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane ging, um zu beten: "Dann ging er hinaus und begab sich seiner Gewohnheit gemäß an den Ölberg" (Lukas 22,39).
   Vom ursprünglichen Garten Gerthsemane ist zwar heute nicht mehr viel übrig, doch einige der erhalten gebliebenen Ölbäume sollen zur Zeit Christi gepflanzt worden sein. Sie wären damit ca. 2000 Jahre alt. Andere sehr alte Exemplare sind die Bäume in Filitosa auf Korsika (ihr Alter wird auf 1000 Jahre geschätzt, und möglicherweise sind sie so alt wie die Megalithen in unmittelbarer Nähe - das ist eher unwahrscheinlich, dann dann müssten diese Ölbäume mindestens 4000 Jahre alt sein.), in Roquebrune an der Französischen Riviera (einer davon wird der "König der Könige" genannt und soll 2000 Jahre alt sein) und zwei uralte Ölbäume auf der Insel Sardinien.

ZEITLOSIGKEIT DES ÖLBAUMS
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   Mit seinen lanzettenförmigen immergrünen Blättern - die an der Oberseite von einem dunklen Graugrün und an der Unterseite silberweiß sind - und dem knorrigen, grauen Stamm, den alte Bäume aufweisen, ist der Ölbaum eine der prägendsten Pflanzen der Mittelmeervegetation. Die Bäume können ca. 15 m hoch werden, in der Regel sind sie erheblich niedriger. In einigen Gebieten (Provence, Griechenland, Zypern) werden sie in 5 - 7 m Höhe geköpft, um die Erträge zu verbessern und die Ernte zu erleichtern.
   Manche Experten sind der Meinung, dass Olivenbäume über 1500 Jahre alt werden können. Sie gehören also neben Eiben, Eichen, Sommer- und Winterlinden, und Edelkastanien zu den ältesten Bäumen Europas. Plinius der Ältere (23-79 nCr.), der römische Naturforscher und Geschichtsschreiber, berichtet, dass die Athener einen Baum verehrten, dessen Alter sie mit 1600 Jahren angaben.
   Der Ölbaum entwickelt sich sehr langsam und kann bis zur vollen Reife und Produktivität mehrere Jahrzehnte benötigen. Bis zu einem Alter von 150 Jahren, sollen die Erträge des Baumes nicht nachlassen, doch auch lange danach kann er noch eine gute Ernte hervorbringen. Plinius erwähnte einen Olivenhain, der trotz seines Alters von mehr als 700 Jahren noch Erträge brachte.
Alte Ölbäume werden sehr knorrig und nehmen oft groteske Formen an, die einen schönen Kontrast zu den Hellen silbrigen Blättern bilden. Mit ca. 200 Jahren sieht man einem Ölbaum sein Alter wirklich an: Äste und Stamm sind gekrümmt und verdreht, während an der Basis neue Triebe hervorbrechen. Diese wachsen mit der Zeit zu eigenständigen Bäumen heran. Einige Botaniker glauben, dass ein einziger Ölbaumstamm nicht viel länger als 700 Jahre lebt, dass sein massiver Wurzelballen aber noch über Jahrhunderte neue Triebe produziert. Es werden auch neue Wurzeln gebildet, wenn die alten absterben.
   Diese Fähigkeit sowie die Produktion neuer Triebe oder Schösslinge, die zu neuen Bäumen werden, auch nachdem der ursprüngliche Stamm abgestorben ist oder gefällt wurde, begründeten den Ruf des Ölbaums, unsterblich zu sein. Selbst wenn es stimmt, wie zeitgenössische Christen berichteten , dass der römische Kaiser Titus Vespanian (9-79 nCr.) im Jahre 70 die Ölbäume im Garten Gethsemane fällen ließ, vernichtete er sie offenbar damit noch lange nicht.
   Der Ölbaum ist langsamwüchsig und wiederstandsfähig und braucht nur sehr wenig Wasser.  Er kann es in sehr großen Tiefen aufspüren und seine Wurzeln auf der Suche danach bis zu 6 m in den Boden eindringen lassen. Ölbäume sind dadurch zwar so beschaffen, dass sie auch in trockenen, ja regelrecht ausgedörrten Böden überleben können, auf Bewässerung und Düngung sprechen sie jedoch hervorragend an. Der Ertrag wird stabiler und größer, wenn der Baum auf diese Weise unterstützt wird. Doch damit überhaupt verwertbare Früchte hervorgebracht werden können, ist der Baum noch auf andere Weise vom Eingreifen des Menschen abhängig: Er muss veredelt werden. Aus Sämlingen oder Schösslingen entstandene Bäume produzieren nur kleine, minderwertige Früchte. Sie müssen deshalb auf eine Zuchtsorte okuliert oder gepfropft werden, um sich gut entwickeln zu können. Oft werden Stecklinge auf die Stümpfe alter Bäume gepfropft. Gegenwärtig gibt es ca. 700 Sorten.

BAUMFRUCHT
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   Im Frühsommer bringt der Ölbaum eine Vielzahl kleiner weißer duftender Blüten hervor, die in Gruppen unter den Blättern des Vorjahres erscheinen. Sie werden vom Wind bestäubt. Gefahren drohen von starkem wind, heftigem Regen und Spätfrösten, denen die Blüten zum Opfer fallen können. Da eine Vielzahl von Umweltfaktoren auf die Bäume einwirken, ist die Fruchtproduktion oft unregelmäßig. Ein Baum kann in einem Jahr eine Rekordernte bringen und im nächsten nicht einmal blühen. Die Früchte des Ölbaumes sind zunächst grün, nehmen aber einen seidigen, dunkelblauen oder blauschwarzen Ton an, wen sie heranreifen, prall von goldenem Öl. In diesem Zustand der Reife halten sie sich einige Wochen am Baum, bevor sie herunterfallen.
   Im April erwacht der Olivenbaum zu neuem Leben. An den im Vorjahr gewachsenen Zweigen bilden sich Knospen, und bis zum Monat Oktober entstehen neue Triebe. Diese neuen Zweige werden im darauffolgenden Jahr Früchte tragen. Durch diese Überschneidung kommt es zu Schwierigkeiten beim Schnitt, der von innen nach außen und von oben nach unten vorgenommen werden muss, ohne dabei die neuen Triebe, die im nächsten Jahr tragen werden, zu beschädigen. Ein gelungener Schnitt entscheidet über den Ertrag des Baums.
   Die Blütenzeit des Olivenbaums, die allerdings nur zwei Wochen andauert, liegt zwischen Mai und Juni. Die Blüte besteht aus einer gelblich-weißen Krone und wirkt unscheinbar. Die Bestäubung erfolgt ausschließlich durch den Wind und nicht durch die Insekten, so dass sie oft unbemerkt beleibt. Auch wenn Olivenbaum recht üppig blüht, werden nur wenige Kronen befruchtet.
So ist von April bis Juni, je nach Land und Wärmegrad, der Baum von winzigen weißen  Blüten übersät, die in lockeren Trauben von jeweils acht bis zwanzig Knospen aufbrechen. Die Blütenzeit, während der die Bäume elfenbeinfarben statt silbrig wirken, dauert nur zwei bis drei Wochen. Doch aus zwanzig erblühten Knospen entsteht nur eine einzige Olive.
   Das Mittelmeerklima ist ideal, denn es bietet Licht, Sonne und Temperaturen über 15 grC. Doch soll der Olivenbaum Früchte tragen, muss das Thermometer kurzfristig um oder knapp unter 0 grC anzeigen. Den ersten Frosteinbrüchen hält er also gut stand, doch Temperaturen unter -7 grC, zuviel Feuchtigkeit oder schlecht drainierte Böden sind ihm nicht zuträglich. auch zu häufige bzw. anhaltende Frühjahrsregen in der Blütezeit schaden ihm. Er verliert dann seine Blüten und der Ertrag fällt recht gering aus.
   Wenn die Blüten welken, bilden sich kleine Fruchtansätze von der Größe eines Stecknadelkopfes. Sie wachsen langsam, d.h., die Früchte setzen sch an, und aus dem Fruchtknoten im Herzen der Blüte wird bald ein Stein, um den herum sich das Fruchtfleisch bildet. Dieser Prozess dauert den ganzen Sommer über an, bis die Steinfrucht genügend Fleisch angesetzt hat. Im Sommer ist der Baum großer Hitze und Trockenheit ausgesetzt, wodurch sein Wuchs verlangsamt wird. In dieser Periode suchen sich die langen Wurzeln des Olivenbaums das Wasser tief im Erdreich.
Wenn die Farbe der Oliven sich von säuerlich Grün zu einem zartgrünen Ton wandelt, spricht man von der Reifezeit. Nun setzt die Lipogenese ein, d.h. die Umwandlung des Fruchtzuckers und der Säure in Öl. Etwa im Oktober erreicht die Olive ihre normale Größe. Bevor sie ausgereift ist, ist sie grün, nimmt dann eine violette Färbung an und wird schließlich schwarz. Auch die Zusammensetzung der Frucht ändert sich. Im Laufe der Zeit entwickelt die Olive immer mehr Öl. Wenn sie vollständig reif ist, enthält sie einen Ölanteil von 15 bis 35 Prozent. Dann beginnt die Ernte je nach Lage und Region so gegen Ende November, wenn der erste Frost einsetzt.
   Die Olive ist eine fleischige Steinfrucht mit üppigem Fruchtfleisch. Sie besteht aus dem Epikarp (der Schale), dem Mesokarp (dem Fruchtfleisch) und dem Endokarp (dem Stein), der die Samen enthält. Größe und Form der Oliven variieren je nach Sorte. Schale, Fleisch und Stein sind fest miteinander verwachsen. Der harte, spindelförmige Stein, der feine Längsstreifen aufweist, enthält zwei ölartige Samenkörner. Solange die Olive grün ist, ist sie fest mit dem Zweig verwachsen. Doch sobald sie reift, lässt sie sich leicht lösen.
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Einige Sorten in der Region Nizza:
Im letzten Jahrhundert zählte man alleine in dieser Region ca. vierzig Olivensorten. heute ist ihre Anzahl auf zwei Hauptvertreter reduziert: nustral (was soviel wie die unser Land oder aus unserem Land bedeutet) und verdale. Doch nachdem zehn Jahre lang Beobachtungen unter verschiedensten Versuchen unternommen wurden, haben französische Wissenschaftler zwanzig Klone entwickelt, Die bekanntesten Sorten sind:
- salonenque; die in Salon-de-Provence wächst und aus der die köstlichen olives cassés, eicht zerdrückte Oliven mit Fenchel, eine Spezialität der Stadt, hergestellt werden.
- picholine; eine - trotz des Beinamens die "Kleine" - große, fleischige Frucht. Sie verdankt hren Namen den Brüdern Picholini, die zur Zeit Ludwigs XV. zwischen Saint-Chamas und Miramas ein Verfahren entwickelten, um den Früchten ihren bitteren Geschmack zu nehmen, indem die Olive lange in eine alkalische Lösung aus Holzasche eingelegt wurden.
- grossanne; eine dicke, fleischige rote Frucht aus Vallée des Baux.
- tanche; eine Sorte in Nyons und den Baronnies.
- verdale; aus dem Rhonedelta ist nicht mit der für Carpentas typische Sorte zu verwechseln. 
Sie wächst an Olivenbäumen mit langen, herunterhängenden Zweigen, die man als 'Trauerweiden' bezeichnet.
- berruguette; auch aglandau, blanquette oder verdale de Carpentras genannt, aus dem Rohnedelta, den Alpen der Haute-Provence, dem Vaucluse und dem Norden des Var.
- cailletier; oder die winzigen Oliven aus Nizza.
- lucques; aus Italien.
(Foto von Jean-Marie del Moral "Alter Ölbaum")

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   Wenn der Stamm des Olivenbaums austrocknet und der Saft die Äste nicht mehr ernähren kann, schlägt das äußerst widerstandsfähige Wurzelwerk rund um den Stamm herum erneut aus. Es entsteht ein neuer Baum Olivenbaum. Lässt man ihn wild wuchern, so wird der Ertrag in den folgenden zwanzig Jahren recht gering ausfallen, doch wenn er dann die notwendige Pflege hat, wir er erneut reichlich Früchte tragen.

VERHÄLTNIS BAUM - MENSCH
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   Seit Generationen betrachten die Bauern, die auf traditionelle Weise und im kleinen Maßstab arbeiten, den Olivenbaum als Kunst, die Geduld, spezielle Kenntnisse und ein Gefühl für die Bäume verlangt, wie man es sonst vielleicht nur für Menschen hat. Ein französischer Olivenbauer aus der Provence drückt es so aus: "Ölbäume reagieren auf den Menschen, sie interagieren ... Es gibt nirgendwo einen leidenschaftlicheren Baum, keinen, der so auf Menschen eingeht wie der Ölbaum."
   In Teilen des Mittelmeerraums gab es die merkwürdige Ansicht, der Ertrag sei abhängig von der Moral der Olivenpflücker und -pflückerinnen. So durften die Bäume im alten Griechenland zeitweise nur von Jungrauen und jungen Männern, die ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatten, abgeerntet werden. Auch in einigen Teilen Italiens war bis vor kurzem die Auffassung verbreitet, dass der Olivenertrag auf Tugend und Moral positiv reagiere. Wenn die Früchte von kleinen, unschuldigen Kindern geerntet würden, fiele der Ertrag reicher aus, wäre der Bauer aber z.B. seiner Frau untreu, würde sich sein Fehlverhalten in einer schlechten Ernte niederschlagen!
   Seit tausenden Jahren sind Olivenbäume gleichbedeutend mit Land und Landbesitzrechte. Viele Menschen - wie z.B. die Palästinenser - sind der Meinung, dass ihre Identität untrennbar mit ihren Bäumen verbunden ist. Es ist traurig, dass die Olivenbäume im Heiligen Land heute eher Kriegsziele als Symbole des Friedens sind. In Kämpfen um bestimmte Gebiete werden sie oft als Erstes zerstört.

FRUCHTERNTE
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   Eine alte Bauernregel besagt: "Wer den Boden und seinen Olivenbaum bearbeitet, erbittet von ihm Früchte; wer ihn düngt, fordert sie, doch wer ihn schneidet, verlangt sie ihm ab." Seit Jahrtausenden weiß der Mensch, dass er diesen Baum pflegen  muss, will er reiche Ernte erhoffen.
Früher sagte man, dass es drei Generationen dauert, bis der Ölbaum Nutzen bringt. Der Großvater pflanzt ihn, der Vater schneidet ihn, der Sohn erntet die Früchte und macht das Öl. Heute trägt der Olivenbaum aufgrund des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts bereits nach fünf Jahren. Man hat auch gelernt, ihn zu stützen und dass er nicht höher als zehn Meter wird, was das pflücken wesentlich erleichtert. Ein unbeschnittener Baum hingegen wächst leicht doppelt so hoch.
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(Foto von Jean-Marie del Moral)

   In den Mittelmeerländern findet die Olivenernte in den Herbst- und Wintermonaten statt. Der genaue Zeitpunkt hängt zum einen von den konkreten klimatischen Bedingungen ab, zum anderen aber von den Ansprüchen des Bauern.
Generell kann man sagen, dass das Pflücken per Hand immer noch die am weitesten verbreitete Methode ist. Sie ermöglicht es, die besten Früchte für die Verwendung als Speiseoliven auszusondern, ohne den Baum zu beschädigen. Anderorts lässt man die Oliven so lange hängen, bis sie von selbst vom Baum fallen. Bei einer weiteren, vor allem in Italien und Spanien angewendeten Methode wird mit langen Stangen gegen die Bäume geschlagen, manchmal wird auch eine Art grobgezinkter Kamm durch die Krone gezogen, der die Frucht löst. Zu biblischen Zeiten wurden die Ölbäume zur Ernte geschüttelt und geschlagen.
   Man braucht ca. 5 kg Oliven, um einen Liter Öl herzustellen. Der Großteil des Öls kommt aus der fleischigen Schale der Frucht. Die einfachste und älteste Methode des Ölpressens lässt sich über 6000 Jahre zurückverfolgen. Im östlichen Mittelmeerraum wurden die Oliven zuerst in einem Mörser zerstampft. Der dabei entstehende Brei wurde in ein Tongefäß gefüllt, mit heißem Wasser übergossen und mit der Hand geknetet. Da Öl leichter als Wasser ist, setzt sich das aus den Früchten gedrückte Öl oben ab und konnte abgeschöpft werden.
   Menschen, die in Gesellschaft von Ölbäumen leben, sagten, sie reinigen die Luft. Als eine alte Frau an ihrem 121. Geburtstag gefragt wurde, wie sie zur ältesten Frau der Welt werden konnte, antwortete Jeanne Calment aus dem französischen Arles nur: "Olivenöl!" Und vielleicht wird der Ölbaum im dritten Jahrtausend vorrangig als Spender eines gesunden Nahrungsmittel geachtet und verehrt.

BIOTOP - HABITAT
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KLIMA
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   Der Olivenbaum gedeiht am besten im Mittelmehrklima. Ihm behagen die warmen, oft glühenden Sommer, die geringen Niederschläge (im Schnitt etwa 220 mm, das das Minimum an Niederschlagsmenge für das Wachstum dieses Baumes ist), die im Süden milden und im Norden kühleren Winter. Dort gelang es auch, den Temperaturen entsprechende, frostharte Arten zu züchten.
Doch der Olivenbaum hat sich auch an andere Regionen angepasst. Heute ist er genauso in Kalifornien, Lateinamerika, Australien und Japan heimisch. Das Klima in diesen weitentfernten Zonen ist dem seiner Heimat sehr ähnlich. Vielleicht wir man in einigen Jahrhunderten auf die Produktion dieser Länder zurückgreifen müssen.
   Nach der großen Frostwelle im Jahr 1956 in Südfrankreich wurden die Olivenbäume schwarz, verloren ihre Blätter, und die Äste wurden brüchig. Die Bauern warteten resigniert auf den Frühling, um aus ihren Bäumen Brennholz zu machen. Wie groß war aber ihre Überraschung, als sie festgestellt hatten, dass, sobald es wärmer wurde, hie rund da junge Triebe durch das rissige Holz brachen.

BODEN
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   Wir haben es also mit einen sehr widerstandsfähigen, durch seine tiefreichenden Wurzeln gut verankerten Baum zu tun, der auf allen Böden gedeiht, seine sie nun kalkhaltig, steinig trocken oder gar wüstenähnlich.

STANDORT
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   Lange Zeit pflanzte man Olivenbäume zusammen mit Weilstöcken und Getreide. So standen auf demselben Feld abwechselnd Weinstöcke, Getreide- und Olivenbaumreihen. Heute bestehen die Olivenhaine, die an Hängen, auf Terrassen oder in der ebene angepflanzt sind, nur noch aus Ölbäumen. Bei intensiven Anbau stehen jetzt bis zu vierhundert Bäume auf einem Hektar, während sich die traditionelle Kultur auf 50 bis höchstens 150 Bäume beschränkt, die teilweise auch noch mit anderen Pflanzungen gemischt sind.
   Die Wahl des Standortes ist sehr wichtig. Man weiß heute, dass das Sonnenlicht eine grundlegende Rolle spielt, und bei hochgelegenen Ländereien muss man bei der Wahl des Hanges den Sonneneinfall zur Winterzeit berücksichtigen. Die ideale Höhe liegt bei dreihundert Meter, obgleich im Mittelmeerraum die Ölbäume auch in einer Höhe von über 1000 Meter gedeihen. Doch muss man sich vor den Launen des Winters hüten.
   Der Boden kann zwar unterschiedlich beschaffen sein, aber er muss in jedem Fall gut drainiert sein und sich, wie etwa die steinigen, durchlässigen Böden, schnell in der Sonne erwärmen. In trockenen Gebieten muss genügend Erdreich vorhanden sein, damit die Wurzeln in der Tiefe die nötige Nahrung finden. Im tunesischen Sfax dringt das Wurzelwerk z.B. sechs Meter tief in den Boden ein..

VERMEHRUNG UND PFLANZUNG
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   Der äußerst widerstandfähige Olivenbaum kann auf verschiedene Arten gepflanzt werden. Das Säen der Steine (Kerne) ist die einfachste Vermehrungsform. doch damit aus dem Stein auch ein Olivenbaum wird, bedarf es einer langen Vorbereitung. Zunächst wird er in einem Wasser-Soda-Gemisch sorgfältig gespült, dann muss er achtzehn Monate aufbewahrt werden, ehe er im Herbst nicht zu Tief in die Erde gesät wird. Bei gemäßigten Temperaturen (9-15 grC) sprießen drei bis vier Monate später das erste Pflänzchen. Der Nachteil dieser Methode liegt darin, dass der Spross nachträglich veredelt werden muss!
   Das Prinzip der Vermehrung durch Stecklinge beruht darauf, dass mehrere auf einen Steckholz sitzende Triebe mit einer Hormonlösung bestrichen werden. Nach einigen Monaten im Gewächshaus werden die Setzlinge direkt ins Freie gepflanzt. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die junge Pflanze alle Charakteristika der Mutterpflanze hat und somit eine Veredelung überflüssig ist.
   Beim Pfropfen oder Okulieren wird ein Auge oder ein Teil der Mutterpflanze auf eine gut verwurzelte Unterlage verpflanzt. Auf diese Weise entsteht ein neuer Baum, der über die Eigenschaften beider Ölbaumarten verfügt. Diese Technik wird auch angewandt, um Bäume zu retten, die durch Feuer oder Frost beschädigt worden sind. Eine unsichtbare Linie teilt den Baum in zwei Hälften. Das Pfropfreis beeinflusst den oberen Teil, der dann weiter wächst. Wird der Baum unterhalb der Pfropfstelle abgesägt, wird die Unterlage wieder ausschlagen und nicht der veredelte obere Teil. Nimmt man hingegen einen Trieb oberhalb der Veredelungsstelle als Steckling, so wird der daraus entstehende Baum die neue Charakteristika aufweisen. Die Olivenbäume sollen folglich jung veredelt werden.

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(Gravur aus einem italienischen Lehrbuch über den Olivenanbau, das Anfang des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Das obere Bild zeigt die Vermehrung durch Stecklinge, das untere das Prinzip des Okulierens.)

   Von den Römern wissen wir, wie Olivenpflanzungen zu pflegen sind, damit sie den bestmöglichen Ertrag liefern. An der Art der Pflege hat sich bis heute nichts geändert. Notwendig sind Drainage des Bodens, Hacken bzw. Pflügen, Beregnen oder Tröpfchenbewässerung und Düngung. auch der Schnitt der Bäume ist von maßgeblicher Bedeutung. Man unterscheidet zwei Schnittarten. Die erste hat das Ziel, dem Baum seine Form zu geben und überflüssige Triebe zu entfernen. Dabei handelt es sich um den sogenannten 'Erziehungsschnitt', der früher unbekannt war, so dass alte Bäume heute im allgemeinen übermäßig hoch sind. Der zweite Schnitt wirkt unterstützend auf dem Rhythmus des Baumes. dieser Schnitt erlaubt eine Regulierung des Produktionszyklus, denn der Olivenbaum bringt nur jedes zweite Jahr seinen vollen Ertrag.

BAUMKRANKHEITEN
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   Die Olivenbäume können von drei verschiedenen Krankheiten befallen werden.
Der Rußtau ist ein Pilz, der die Blätter mit einer Art schwarzen Staub überzieht und sie dadurch erstickt. Früher mussten so befallene Olivenbäume abgeholzt und verbrannt werden. Heute werden sie mit einem Kupferpräparat gepritzt.
Das Pfauenauge verursacht auf den Blättern braune, gelbe und grüne kreisrunde Flecken.  auch diese Krankheit wird chemisch bekämpft.
Die schwarze Schildlaus saugt den Saft des Baumes aus. so wird er geschwächt und kann seine Blätter verlieren. Es ist wichtig, die Larven gleich auszurotten, ehe sie sich zwischen März und Mai festsetzen. eine biologische Variante gibt es in Südfrankreich, dort werden mit Erfolg räuberische Insekten eingesetzt.

Literaturbezug:
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'ALTE BÄUME' von Anna Lewington und Edwars Parker, 2000  (lv09)
>>  
'Olivenöl' von Elisabeth Scotto, Brigitte Forgeur und Jean-Marie del Moral, 1995
'Urania Pflanzenreich' - Blütenpflanzen 2 - Seite 164-166 (Iv16) 
>>  

 

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